Zum Einstieg betont Seidendorf, dass der zivilgesellschaftliche Austausch zwischen beiden Seiten weiterhin gut funktioniere. Im Gegensatz dazu sei es aber derzeit auf politischer Ebene schwierig, da beide Partner aufgrund der weltpolitischen Lage unter großem Druck stehen und deshalb kaum Zeit finden, sich um Lösungen für wichtige deutsch-französische Fragen zu bemühen.
Im Hinblick auf die schwierige Entwicklung eines Future Combat Air System (FCAS) weist Seidendorf darauf hin, dass gemeinsame Rüstungsprojekte traditionell schwierig seien, die Notwendigkeit, sie zu realisieren, heute aber viel größer sei als früher. Deshalb sei es wichtig, für das FCAS, evtl. in einer veränderten Konfiguration, einen neuen Anlauf zu nehmen.
Die Wahl eines Kandidaten des Rassemblement National (RN) zum Präsidenten Frankreichs 2027 wäre ein Stresstest für die deutsch-französischen Beziehungen. In diesem Fall müssten die etablierten deutsch-französischen Instrumente wie der Bürgerfonds oder das Deutsch-Französisch Jugendwerk, die Zivilgesellschaft oder auch die Kooperationsgremien auf regionaler bzw. grenzüberschreitender Ebene versuchen, diese Zäsur aufzufangen.
Das Interview mit Stefan Seidendorf zum Nachhören auf der Website des Saarländischen Rundfunks
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