Dabei vertritt Seidendorf die Meinung, dass die Pflege des Verhältnisses zueinander für die politischen Entscheidungsträger in beiden Ländern grundsätzlich eine anspruchsvolle Aufgabe sei, da Frankreich und Deutschland nur selten die gleiche Position verträten und selten identische Ziele verfolgen würden.
Frankreich und Deutschland seien sehr einerseits sehr unterschiedliche Länder, gleichzeitig sehr aber wichtig füreinander, deshalb müssten alle Beteiligten auf beiden Seiten ständig am Funktionieren dieser Beziehung arbeiten.
Ein Beispiel für einen deutlichen Unterschied zwischen beiden sei z.B. der Umgang mit der Kernenergie: Frankreich setze auf den Atomstrom und baue seine Produktion weiter aus, während Deutschland inzwischen den Atomausstieg vollzogen habe. Dennoch müsse man im Energiebereich weiter eng zusammenarbeiten, genauso wie auf anderen Feldern, in denen man uneinig sei, aber gemeinsame Lösungen brauche.
Die Reportage zum deutsch-französischen Ministerrat in der ARD-Mediathek
