Am 7. Juli wurde Marine Le Pen unter anderem zu einer einjährigen Haftstrafe mit elektronischer Fußfessel verurteilt. Dabei wurde auch der ursprünglich für fünf Jahre verhängte Entzug des passiven Wahlrechts deutlich reduziert, so dass sie 2027 als Präsidentschaftskandidatin antreten könnte.
Andernfalls hätte der RN-Vorsitzende Jordan Bardella an ihre Stelle treten sollen. Seine Kandidatur sei jedoch keineswegs ein Selbstläufer, meint Eileen Keller. Zwar weisen aktuelle Umfragen seine immer weiterwachsende Popularität nach, doch blieben diese „immer nur eine Momentaufnahme“.
Außerdem könnte er mit unvorsichtigen Äußerungen und Auftritten Wähler gegen sich aufbringen. Während eines Gedenkmarsches für eine ermordete Elfjährige zeigte sich Bardella z.B. in einer Jetset-Loge bei einem Formel-1-Rennen in Monaco. Dies zeige seine mangelnde politische Erfahrung, so die Politikwissenschaftlerin. Marine Le Pen hingegen sei bereits dreimal bei der Präsidentschaftswahl angetreten, dabei auch dreimal gescheitert. Dies wiederum könne ein Argument für eine Kandidatur Bardellas sein, da er als der erfolgversprechendere Kandidat erscheinen könnte.
Laut Eileen Keller kann die nun wieder offene Frage, wer für den RN 2027 antreten wird, auch zu einer innerparteilichen Kontroverse führen. Keller betont, dass das ideale Szenario für den RN wäre, wenn es Bardella und Le Pen gelänge, unterschiedliche Wählerschichten zu mobilisieren. Zwar vertreten beide unterschiedliche politische Linien, sie sind sich jedoch in der Migrationspolitik und in ihrer Skepsis gegenüber der Europäischen Union sehr nah.
Das Interview von Eileen Keller zum Nachlesen auf der Webseite von Web.de.
![Dr. Eileen Keller [Translate to Francais:]](/fileadmin/_processed_/9/1/csm_16_Keller_Eileen_00092_16zu9_bbe59c4677.jpg)