Bundesaußenminister Johann Wadephul hat am 16. Februar in einem Interview mit dem Deutschlandfunk die französischen Ausgaben für Verteidigung als unzureichend bezeichnet; zwei Tage später schloss Bundeskanzler Friedrich Merz einen deutschen Ausstieg aus dem deutsch-französischen Vorhaben zur Entwicklung eines Future Combat Air System (FCAS) in einem Interview mit dem Podcast "Machtwechsel" nicht aus. Beide Äußerungen haben in Frankreich ein großes mediales Echo hervorgerufen und sind auf Unverständnis bzw. Ablehnung gestoßen.
In einem Beitrag des Nachrichtenportals t-online vertritt Stefan Seidendorf die Meinung, dass öffentliche Äußerungen aus dem Ausland zu innenpolitischen Themen eines Landes selten hilfreich seien. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass der Verteidigungspolitik im französischen Selbstverständnis eine besondere Bedeutung zukomme. Im Falle eines Scheiterns des FCAS müsse man auf beiden Seiten mit “hohen Ansehenskosten” rechnen, so Seidendorf weiter.
Zur Lage der deutsch-französischen Beziehungen ganz allgemein merkt Seidendorf an, dass beide Länder in "gewisser Weise in europäischen Debatten Antipoden" bilden würden und ein “deutsch-französischer Ausgleich immer auch einen Stellvertreter-Kompromiss” sein könne, auf den sich die verschiedenen Lager in der EU einigen könnten.
Der Beitrag mit den Einschätzungen von Stefan Seidendorf zum Nachlesen auf der Website von t-online.
![Dr. Stefan Seidendorf [Translate to Francais:]](/fileadmin/_processed_/5/2/csm_13_Seidendorf_Stefan_00114_Portraits_Ausschnitt_A_173a980171.jpg)