Schauplatz des zweiten Wahlgangs sind v.a. große und mittelgroße Städte, in denen die nationalen Konstellationen eine stärkere Rolle spielen als in den kleineren Gemeinden.
Dem rechtspopulistischen Rassemblement National (RN) ist es im ersten Wahlgang am 15. März 2026 erstmals gelungen, Bürgermeisterämter zu verteidigen, die es bei den letzten Kommunalwahlen gewonnen hatte. Besonders der Sieg in Perpignan wird von der Partei als großer Erfolg angesehen. Dennoch sei der RN, so Stefan Seidendorf, immer noch keine Lokalpartei, da er in vielen Regionen weiterhin lokal keine Rolle spielen würde.
Die zunehmende Zersplitterung der Parteienlandschaft sei auch bei den Kommunalwahlen offensichtlich geworden. Nach Meinung von Stefan Seidendorf hat die zunehmende Unklarheit darüber, wer noch für welche Inhalte steht, eine zunehmende Verwirrung und Desorientierung der Wählerschaft zur Folge. Dies könne auch die vergleichsweise niedrige Wahlbeteiligung im ersten Wahlgang erklären.
Das Interview “In welche politische Richtung dreht sich die politische Stimmung in Frankreich?” zum Nachhören mit freundlicher Genehmigung von WDR5
