Am 7. Juli wurde Marine Le Pen in zweiter Instanz wegen der Veruntreuung von EU-Geldern für Parteizwecke verurteilt. Die ursprünglich verhängte fünfjährige Ämtersperre wurde dennoch gemildert, und die Fraktionschefin in der Nationalversammlung könnte im kommenden Jahr bei den Präsidentschaftswahlen antreten.
Ihre Kandidatur bleibt jedoch vor dem Interview beim Sender TF1 unsicher. Sollte sie auf eine Kandidatur verzichten, würde der aktuelle Parteichef Jordan Bardella mit guten Aussichten in den Wahlkampf ziehen. In aktuellen Umfragen liegt der Rassemblement National mit 31 bis 36 % vorne.
Stefan Seidendorf betont jedoch, dass diese Umfragen angesichts der Vielzahl an Bewerbungen mit Vorsicht zu sehen sind. Bisher haben mehr als 40 Politikerinnen und Politiker ihre Kandidatur bekannt gegeben. Darüber hinaus sei ein Wahlsieg der extremen Rechten noch lange kein Selbstläufer, so der Politikwissenschaftler. Die Widerstände in Frankreich gegen diese Partei sind sehr groß und es gibt keine absolute Mehrheit für eine Präsidentin oder einen Präsidenten aus dem rechten Spektrum.
Der Beitrag mit dem Interview von Stefan Seidendorf zum Nachlesen auf der Webseite von t-online.
