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| Bildung und Kultur

Enttäuschtes Aufstiegsversprechen

In der Sendung "Hintergrund" des Deutschlandfunks erklärt Stefan Seidendorf das französische Konzept der Meritokratie

Die Meritokratie sei eines der wichtigsten Prinzipien, das sich im Zuge der Revolution und der Französischen Republik durchgesetzt hat, so Stefan Seidendorf. Die Spitzenpositionen in der Politik und im Staatsdienst sollten nicht mehr für die Eliten (damals v.a. die Adligen) reserviert sein, sondern für die Besten und die Klügsten offen sein.

Dabei spielt die öffentliche Schule, die Ecole de la République eine zentrale Rolle, weil sie zumindest auf dem Papier allen Kindern die gleichen Ausgangschancen für die Zukunft bietet, unabhängig von Herkunft, Religion usw. Zu diesem Zweck hat der Staat seit 1905 das Bildungsmonopol und es besteht allgemeine Schulpflicht. Jährlich gibt das Land etwa 3,5% seines Bruttoinlandsprodukts für die Bildung aus.

Laut einer Studie des französischen Nationalen Instituts für Statistik und Wirtschaftsstudien (INSEE) funktioniere das System gut. 70% der Kinder aus einkommensschwachen Haushalten würden als Erwachsene mehr verdienen als ihre Eltern. Allerdings haben nicht alle Kinder die gleichen Chancen, so Stefan Seidendorf. Die Aufstiegschancen seien laut dieser Studie am besten, wenn man ein Mann ist, in der Metropolregion Paris wohnt, und ein Elternteil schon einen Hochschulabschluss hat. Zugleich können einkommensstärkere Haushalte mehr Aufwand betreiben, um bessere Schulen auszusuchen, Unterstützung oder Nachhilfe für die Kinder zu sichern und auch die besten Hochschulen auszuwählen.

 

Das ganze Interview von Stefan Seidendorf auf der Webseite des Deutschlandfunks.

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