In Anbetracht der angespannten Situation müsse Präsident Emmanuel Macron, so Marc Ringel, baldmöglichst einen neuen Premierminister ernennen. Dieser sollte unterstützt von einer neuen Regierung umgehend über ein Notfallgesetz einen provisorischen Haushalt für 2025 auf den Weg bringen, um so die öffentliche Meinung und die Finanzmärkte zu beruhigen. Gelänge dies, dürften die Auswirkungen der politischen Krise in Frankreich auf die Europäische Union gering bleiben.
Dass sowohl Deutschland als auch Frankreich im Moment v.a. mit der Lösung ihrer innenpolitischen Probleme beschäftigt sind, beeinchträge die Handlungsfähigkeit der EU insgesamt. Die Gelegenheit, weitgehende Reformen der EU voranzubringen, indem man dahingehende Initiativen von Präsident Macron unterstützt, sei nun vorbei. Deutschland habe die Chance, gemeinsam mit Macron aktiv zu werden, verpasst, erklärt Stefan Seidendorf.
Die deutsch-französische Zusammenarbeit werde auf Regierungsebene wegen der ständigen Personalwechsel im Moment natürlich sehr erschwert, ihr Fundament, z.B. die vielen Kommunal- und Städtepartnerschaften und unzähligen wirtschaftlichen Verbindungen, bleiben aber stabil, erklären Ringel und Seidendorf übereinstimmend.
