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| Politik

"Macron ist im Grunde den zweiten Schritt vor dem ersten gegangen"

Stefan Seidendorf erläutert im Interview mit rbb24 inforadio die Konsequenzen der Ankündigung von Emmanuel Macron, Palästina als Staat anzuerkennen

Die Positionen Frankreichs und Deutschlands zur Palästina-Frage seien seit vielen Jahren unterschiedlich, erklärt Seidendorf zu Beginn des Interviews. Dies liege v.a. an dem historisch bedingt besonderen Verhältnis von Deutschland zu Israel und daran, dass Frankreich wesentlich engere Beziehungen in die arabische Welt habe als sein Nachbarland.

Mit seiner Ankündigung, Palästina als Staat anzuerkennen, bevor ein echter Friedensprozess begonnen hat und es Zusagen von palästinensischer Seite darüber gibt, wie man sich Israel gegenüber künftig verhalten wolle, ist der Präsident nach Ansicht von Stefan Seidendorf in gewisser Weise den zweiten Schritt vor dem ersten gegangen. 

Da sein Vorstoß nicht in eine größere diplomatische Initiative eingebettet sei, ist Seidendorf skeptisch, dass Macron damit tatsächlich etwas bewirken werden könne.

In Zukunft könnten Deutschland und Frankreich versuchen, bei der Lösung des Konflikts unterschiedliche Rollen zu spielen: Deutschland als enger Partner von Israel, der von dessen Regierung gehört werden könnte, und Frankreich als ein Land, dass gegenüber der Regierung Netanyahu eher konfrontativ auftritt und so Druck aufbauen könne.

Nicht vergessen dürfe man in dem Zusammenhang auch, dass die Europäische Union weiterhin das Ziel einer Zwei-Staaten-Lösung verfolge, meint Stefan Seidendorf.

 

Das Interview mit Stefan Seidendorf zum Nachhören auf der Website von rbb 24 inforadio

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Stefan Seidendorf

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