Anders als von vielen vorhergesagt hat der rechtspopulistische Rassemblement National (RN) in der Nationalversammlung weder eine absolute noch eine relative Mehrheit erreicht.
Wie es in Frankreich nun weitergeht, hängt nach Ansicht von Stefan Seidendorf zuallererst davon ab, ob sich die gemäßigten Kräfte auf eine Regierung einigen können, die eine politische Gestaltungsmacht hat. Falls dies gelingt, könne mit der Wahl mittelfristig sogar der Abstieg des RN begonnen haben.
Die französische multikulturelle Gesellschaft habe den Vorstellungen der Partei jedenfalls eine deutliche Absage erteilt. Dazu haben nach Meinung Seidendorfs ihre Vorschläge zur Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft und zur Bevorzugung der aus Sicht der Partei „echten“ Franzosen eine wichtige Rolle gespielt.
Zunächst werde die Regierung des Landes nun geschäftsführend im Amt bleiben, Frankreich habe also weiterhin eine Exekutive. Wichtige Entscheidungen im Hinblick auf anstehende Herausforderungen wie den Klimawandel oder den Green Deal könnten in dieser Situation aber nicht getroffen werden.
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