Am 17. Juli 2026 nahm der französische Präsident Emmanuel Macron zum letzten Mal an einem deutsch-französischen Ministerrat teil. Dabei stand die Verteidigung als ein Schlüsselbereich, in dem die deutsch-französischen Beziehungen weiter vertieft werden sollen, im Mittelpunkt. Neben der Arbeit an einer gemeinsamen nuklearen Abschreckungsdoktrin wurde auch die Teilnahme deutscher Soldaten an einer nuklearen Übung der französischen Streitkräfte angekündigt.
Isabell Hoffmann sieht in dem französischen Angebot, seine Fähigkeit zur nuklearen Abschreckung auch anderen europäischen Partnern zur Verfügung zu stellen, eine Alternative zum Sicherheitsversprechen der USA, auf das man sich in Zeiten unsicherer transatlantischer Beziehungen nicht unbedingt verlassen könne. Abschreckung sei immer nur so wirksam wie ihre Glaubwürdigkeit, so Isabell Hoffmann.
Mit Blick auf die bevorstehende Präsidentschaftswahl in Frankreich sieht Hoffmann die Ergebnisse des Ministerrats als ermutigend an. Gemeinsame Projekte könnten nun langfristig abgesichert und die deutsch-französische Zusammenarbeit auch im Falle eines Wahlsiegs des rechtspopulistischen Rassemblement National in Frankreich auf einer stabilen Grundlage weitergeführt werden.
Die Tagesthemen-Reportage zum deutsch-französischen Ministerrat ist in der ARD-Mediathek leider nicht mehr verfügbar. Bei Interesse daran wenden Sie sich bitte an frankreich-bibliothek@dfi.de
