Eileen Keller weist zu Beginn darauf hin, dass die französische Sicht auf Deutschland nicht immer der Realität entspreche. Es bestehe in Frankreich die Tendenz, Deutschland manchmal stärker zu sehen, als es tatsächlich ist, und manchmal schwächer, als es ist.
Dennoch durchlebe der Wirtschaftsstandort Deutschland gerade eine schwierige Phase, wobei die fehlenden Investitionen in die Infrastruktur, die Verlangsamung von Prozessen durch zu viel Bürokratie und der Fachkräftemangel in vielen Branchen schon vor vielen Jahren als drängende Probleme erkannt worden seien.
Die deutsche Wirtschaft habe sich viele Jahre auf den Export ihrer Produkte konzentriert. Nun gehe man wieder vermehrt dazu über, lokal zu produzieren, gleichzeitig beginnen wichtige Handelspartner wie die USA oder China Zölle auf bestimmte Importprodukte zu erheben.
Man müsse aber auch bedenken, meint Eileen Keller, dass die Situation in allen Ländern der Europäischen Union ähnlich sei: Alle müssten sich derzeit anstrengen, gegenüber China und den USA wettbewerbsfähig zu bleiben, und alle müssten sich darum bemühen, ihre Industriestandorte zu erhalten und zusätzlich neue Industrie anzusiedeln
Reformen auf europäischer Ebene seien vor diesem Hintergrund notwendig, damit der ökologische, energetische und wirtschaftliche Wandel gelingen kann, so Eileen Keller.
![Dr. Eileen Keller [Translate to Francais:]](/fileadmin/_processed_/9/1/csm_16_Keller_Eileen_00092_16zu9_bbe59c4677.jpg)