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| Politik

„Wie wird sich das Duo Bardella/Le Pen einspielen?“

Stefan Seidendorf erläutert im Europamagazin von WDR5, wie sich der Rassemblement National (RN) im Präsidentschaftswahlkampf aufstellen könnte

Kurz nach der Gerichtsentscheidung, die Zeit ihrer Unwählbarkeit auf 15 Monate zu verkürzen, hat Marine Le Pen erklärt, dass sie als Kandidatin des rechtspopulistischen RN antreten wird und durch diese Entscheidung ihren Stellvertreter Jordan Bardella in die zweite Reihe zurückverwiesen.

Damit teilt Bardella laut Stefan Seidendorf das Schicksal vieler anderer Kader der Partei, die versucht hätten, die Dominanz der Familie Le Pen in Frage zu stellen bzw. sie zu brechen. Der RN bzw. die Vorgängerpartei Front National (FN) sei seit den 1970er-Jahren immer auch eine Familienangelegenheit der Le Pen gewesen, die auch den Zweck habe, die Familie zu finanzieren, so Seidendorf weiter.

Einen Widerspruch sieht Stefan Seidendorf zwischen der volksnahen Positionierung von Marine Le Pen, die für sich in Anspruch nimmt, nicht rechts und nicht links zu sein, sondern das Volk gegen die Eliten zu vertreten, und dem sehr professionellen Auftreten Bardellas.

Im Hinblick auf den Wahlkampf könnte ein Kalkül von Marine Le Pen sein, mit Hilfe des telegenen 30jährigen Bardella neue Wählergruppen wie das gehobene Bürgertum und Wirtschaftsvertreter zu erschließen und so eine absolute Mehrheit zu erreichen. Spannend werde es nun zu sehen, ob Jordan Bardella diese Rolle annimmt und wie sich das Duo der erfahrenen Kandidatin Marine Le Pen und dem jungem Hoffnungsträger Jordan Bardella einspielen wird, meint Stefan Seidendorf.

 

Das Interview "Le Pen in Frankreich vor Comeback" auf der Website des WDR zum Nachhören 

Stefan Seidendorf
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