Alfred Grosser habe sehr früh die Idee gehabt, dass man die Politik besser nicht nur der Politik überlässt, so Stefan Seidendorf im Interview mit Gerd Kuhn von hr-INFO, und sei überzeugt gewesen, dass eine Aussöhnung zwischen Deutschen und Franzosen nur gelingen könne, wenn sehr breite Teile der Gesellschaft einbezogen würden. Durch Verbindungen zwischen Vereinen, Schulklassen, und Gemeinden sollte eine transnationale Zivilgesellschaft entstehen, an deren Vorstellungen sich die Politik in einem demokratischen System orientiert.
Die Gründung des Deutsch-Französischen Jugendwerks habe Grosser so, weil er fürchtete, dass sich die Politik auf diese Weise den Jugendaustausch zwischen beiden Ländern einverleiben wollte, zunächst skeptisch gesehen.
Motiviert habe Grosser hat sein eigenes Erleben und das von ihm erlittene Leid verbunden mit seiner Überzeugung, dass es eine Kollektivschuld eines Volkes nicht geben könne.
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