Der 34jährige Gabriel Attal ist am 9. Januar von Präsident Emmanuel Macron zum neuen Premierminister des Landes ernannt worden. Damit tritt er die Nachfolge von Élisabeth Borne an, die nach einer knapp 20monatigen Amtszeit am Vortrag zurückgetreten war.
Stefan Seidendorf erklärt im Interview mit tagesschau.de, dass Borne als Premierministerin durchaus erfolgreich war und mehr als 40 Gesetzesvorhaben durchsetzen konnte, darunter die sehr umstrittene Rentenreform und die Reform des Einwanderungsgesetzes. Und dies, obwohl sie sich in der Assemblée nationale auf keine absolute Mehrheit stützen konnte.
Als Ursache dafür, dass es zu einem Wechsel auf dem Premierministerposten gekommen ist, vermutet Seidendorf, dass der Präsident seiner Amtszeit einen neuen Schub geben möchte. Dass dem von der Regierung vorgeschlagenen Einwanderungsgesetz zahlreiche Abgeordnete der Regierungsmehrheit die Zustimmung verweigert haben, habe die Position Bornes im Parlament außerdem stark geschwächt.
Bornes Nachfolger Gabriel Attal ist es als Bildungsminister gelungen, sehr hohe Zustimmungswerte seitens der Bevölkerung zu erreichen. Ob er als Premierminister angesichts einer immer selbstbewussteren Opposition allerdings in der Lage sein wird, Mehrheiten zu finden, ist für Seidendorf alles andere als sicher.
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