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Die Hoffnungen des Präsidenten haben sich nicht erfüllt

Eileen Keller erläutert im Interview mit Deutschlandfunk Kultur die Ergebnisse des 1. Wahlgangs der Parlamentswahl

Im Vergleich zu den Europawahlen habe sich die Wahldynamik bei der Parlamentswahl nicht wesentlich verändert. Das Kalkül des Präsidenten, dass die französischen Wähler bei einer nationalen Wahl aus Vernunftgründen mehrheitlich für Kandidaten der Mitte stimmen würden und nicht für die populistischer Parteien, habe sich nicht erfüllt.

Das Wahlbündnis, das Macron unterstützt, habe gegenüber der Europawahl seinen Stimmanteil zwar deutlich steigern können, liegt mit einem Stimmanteil von landesweit 20 % aber nur an dritter Position. Der rechtspopulistische Rassemblement national (RN) habe im Vergleich zur Europawahl auch nur leicht gewonnen, steht mit einem guten Drittel aller Stimmen aber auf weiterhin auf dem ersten Platz. Der Nouveau Front Populaire (NFP), das Wahlbündnis der Linken erreicht mit 28 % klar den zweiten, liegt damit aber unter dem Stimmanteil, den seine vier wichtigsten Mitglieder getrennt bei der Europawahl erhalten habe. Dies deute, so Eileen Keller, darauf hin, dass einige Wähler von der Dominanz der linkspopulistischen Partei La France Insoumise (LFI) in diesem Bündnis abgeschreckt wurden.

Keller skizziert für die kommende Legislaturperiode zwei mögliche Szenarien:

  1. Der RN erhält eine absolute Mehrheit und kann eine eigene Regierung bilden
  2. Den moderaten Kräften gelingt es, lagerübergreifend ein Bündnis zu bilden. In diesem Fall würde sich die Form des Regierens wahrscheinlich sehr verändern

 

Das Interview mit Eileen Keller auf der Webseite von Deutschlandfunk Kultur

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