Im Interview mit dem Deutschlandfunk beantwortet Dominik Grillmayer Fragen zur Neuwahl in Frankreich. Er erklärt, dass der französische Präsident Emmanuel Macron versucht, seine Strategie eines demokratischen Bündnis gegen Rechtsextremismus in den Wahlkampf der Parlamentswahl zu übertragen.
Im Gegensatz zu den Wahlen 2017 und 2022 stellt sich die Frage, ob Macron Verbündete findet, die bereit sind, seinem Appell zu folgen. Denn das Lager der Konservativen ist gespalten. Die Entscheidung des Vorsitzenden der Partei Les Républicains, ein Bündnis mit dem Rassemblement National (RN) einzugehen, führte zu dessen umstrittenen Ausschluss aus der Partei. Einige Wähler von Les Républicains sind bereit, für den RN zu stimmen, während andere eher zur Mitte tendieren. Unter denen der gemäßigten Linken hingegen sind viele von Macron enttäuscht, da sie ihn als "zu rechts" ansehen.
Es ist also unsicher, wer am Ende zum Premier ernannt wird. Macron muss nach der Wahl auf die Mehrheitsverhältnisse Rücksicht nehmen und damit rechnen, dass er jemanden aus dem RN oder aus dem Linksbündnis nominieren muss. Von einer reinen Protestwahl ist diese Wahl weit entfernt, und es ist nicht auszuschließen, dass der RN erstmals in Regierungsveranwortung. Macron hofft auf eine Entzauberung des RN, notfalls zum Preis einer rechtspopulistischen Regierung, um eine Präsidentschaft des RN 2027 zu verhindern.
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