Laut Seidendorf war es für es Alfred Grosser stets ein wichtiges Anliegen, einem Denken in Kollektivkategorien entgegenzutreten. Deshalb habe er es auch abgelehnt, vom „deutschen Tätervolk“ oder von einer deutschen Kollektivschuld zu sprechen.
Grosser sei er immer der Ansicht gewesen, dass er mit den meisten jungen Deutschen aus seiner Generation nicht aussöhnen oder versöhnen müsse, da auch sie in gewisser Weise Opfer waren. Es war ihm immer wichtig, Empathie zu bewahren und das Leid beim Anderen zu sehen.
Aus dieser Grundhaltung heraus hat er dazu beigetragen, einen neuen Ansatz in den deutsch-französischen Beziehungen zu entwickeln, der letztendlich zu einer neuen Art französischer Deutschlandpolitik geführt hat, so Seidendorf.
Hören Sie das Interview mit Stefan Seidendorf auf der Website des NDR ab Minute 20:18
