Die aktuellen Schwierigkeiten in der deutsch-französischen Zusammenarbeit erklären sich für Stefan Seidendorf durch die schwierige weltpolitische Lage: Noch nie nach 1949 sei die geopolitische Situation so offen gewesen und deshalb die Unsicherheit darüber, wie es weitergeht, so groß.
Gleichzeitig sehen sich beide Länder mit ähnlichen wirtschaftlichen, energiepolitischen und strukturellen Problemen konfrontiert, die sie unterschiedlich lösen wollen.
Deshalb sei es derzeit schwierig Kompromisse zu finden, da diese einen Gesichtsverlust gegenüber der eigenen Bevölkerung bedeuten könnten. Erschwerend komme, so Seidendorf, hinzu, dass man heute nicht einfach auf bewährte Verhaltensmuster aus der Vergangenheit zurückgreifen könne.
Das Ziel müsse es nun sein, einen Mittelweg zu finden, auf dem jede Seite nicht nur Zugeständnisse machen müsse, sondern auch Mehrwerte für sich selbst erzielen wird.
Die Teilnahme Polens an dem Treffen in Berlin sieht Stefan Seidendorf wegen des großen Engagements des Landes für seine eigene Verteidigung und aufgrund seiner geographischen Lage als sehr wichtiges Zeichen an.
Das Interview zum Nachlhören ab 04:00 auf der Website des WDR
