Alle 577 Abgeordneten der Assemblée nationale (AN) werden in ihren Wahlkreisen in einem oder zwei Wahlgängen direkt gewählt. Deshalb haben die Präferenzen für bestimmte politische Lager, die in landesweiten Umfragen gemessen werden, nur eine sehr bedingte Aussagekraft darüber, wie stark sie letztlich im Parlament vertreten sein werden.
Die Auflösung der AN durch den Präsidenten hat nach Ansicht von Stefan Seidendorf die politischen Spannungen im Land verstärkt: Die extreme und gemäßigte Linke sehen sich in einem Kampf gegen den Faschismus, den es zu verhindern gelte, was von der Rechten natürlich vehement zurückgewiesen werde.
Offensichtlich sei jedenfalls, dass die Wahl mobilisiere. Als großes Problem sieht Seidendorf an, dass keiner der drei Blöcke – Rechte, Mitte, Linke – im neu gewählten Parlament in der Lage sein könnten, zu zweit gegen den Dritten Mehrheiten zu bilden. Dies könne letztlich zu einer völligen Selbstblockade der französischen Politik führen.
Das Interview mit Stefan Seidendorf zum Nachhören auf der Website des WDR
