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Journalistische Studienreise nach Lyon und Paris

14 deutschsprachige Journalist*innen reisten vom 14. bis 18. Oktober mit dem dfi und dem Deutsch-Französischen Zukunftswerk nach Lyon und Paris.

Aus den vorgezogenen französischen Parlamentswahlen im Juni ist eine Nationalversammlung hervorgegangen, die in einem noch nie dagewesenen Ausmaß durch extreme und radikale rechte und linke Kräfte beeinflusst wird. Anstelle von Sachpolitik steht seitdem vor allem parlamentarisches Kräftemessen und Polemik im Mittelpunkt. 

Gleichzeitig geht das Leben weiter, auf lokaler Ebene findet die ökologische Transformation häufig schneller und radikaler statt als in Deutschland.

Das dfi hatte also das richtige Gespür, als es Anfang des Jahres die Thematik für eine journalistische Studienreise nach Lyon und Paris festgelegt hatte. Mit der finanziellen Unterstützung und in Kooperation mit dem Deutsch-Französischen Zukunftswerk (DFZW) gelang es, die angesprochene Thematik sowohl auf lokaler als auch auf nationaler Ebene umzusetzen. 14 Journalistinnen und Journalisten namhafter Print-, Online- und audiovisueller Medien waren am Start, um mit uns zusammen vom 14.-18. Oktober in einem sehr intensiven Programm zunächst Lyon und Umgebung, dann Paris näher in Augenschein zu nehmen.

Beim lokalen Teil der Reise standen Begegnungen mit den Bürgermeistern von Vaulx-en-Velin und Vienne und nicht zuletzt ein ausführliches Gespräch mit Grégory Doucet, dem Bürgermeister von Lyon, im Mittelpunkt. Diese Gespräche wurden vorbereitet und ergänzt durch Vor-Ort-Besuche in den entsprechenden Städten und Stadtvierteln. Dabei sprangen zwei Dinge ins Auge, einerseits die Wichtigkeit der Verbindung zwischen sozialer und ökologischer Transformation, andererseits die politisch aufgeladene Stimmung bis hinunter zur kommunalen und lokalen Ebene, die traditionellerweise in Frankreich durch breite, überparteiliche Zusammenarbeit geprägt ist.

Im zweiten Teil der Reise in Paris stand einerseits der Austausch mit Verwaltungsakteuren und nationalen Agenturen im Mittelpunkt. Andererseits ging es um die politische Frage, wie sich die unbedingt nötige ökologische Transformationspolitik auch in der gegenwärtig komplizierten Situation bewältigen lässt. Dazu traf die Gruppe den Abgeordneten Frédéric Petit, der neben seinen Ausführungen zur Energiepolitik auch eine Führung durch die Assemblée nationale organisierte. Weitere Termine waren bei der Immobiliengesellschaft des Geschäftsviertels La Défense, das zum weltweit ersten CO2-freien Geschäftsviertel werden will, und beim Ministerium für Wohnungsbau und Stadterneuerung. Natürlich durfte auch der Austausch mit der französischen Hauptstadtpresse nicht fehlen, und es bestätigte sich der Eindruck, dass die Herausforderungen in Frankreich und Deutschland bei allen Unterschieden ganz ähnliche sind. Wie kann es in einer Zeit großer politischer Unsicherheit gelingen, die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen und von den notwendigen Veränderungen zu überzeugen, und wie müssen die entsprechenden Projekte gestaltet sein, um sozialen Ausgleich und die notwendigen Verhaltensanpassungen zusammenzubringen? 

Das dfi blickt nicht ohne Stolz auf seine lange Reihe an journalistischen Studienreisen nach Frankreich, Deutschland und in weitere Länder zurück und nimmt das positive Feedback der Teilnehmer*innen als Ansporn auf, auch weiterhin solche relativ aufwändigen, aber sehr erkenntnis- und ertragreichen Reisen zu realisieren. 

 

Im Gespräch mit Jean-Christophe Ploquin, Rédacteur en chef La Croix Groupe Bayard
Zu Besuch in der grünboX-Vienne mit Architekten Patrick Stefan Rheinert
La Défense - Gespräch mit Pierre-Yves Guice
Zu Besuch in La Guillotière - Lyon
Zu Besuch in La Guillotière - Lyon
Stefan Seidendorf
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Stefan Seidendorf

Stv. Direktor, z. Zt. Geschäftsführer

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