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Loic Letilly arbeitet den Nachlass der GFfK aufElse H. Krafft bei der 25-Jahrfeier der GFfK
Foto links: Loïc Letilly arbeitet den Nachlass der GFfK auf - Foto rechts: Else Krafft bei der 25-Jahrfeier der GFfK 1972

Nachlass der Gesellschaft der Freunde französischer Kultur e.V. Stuttgart in der Frankreich-Bibliothek

Die Gesellschaft der Freunde französischer Kultur e.V. Stuttgart (GFfK) wurde am 28. August 1947 von Stuttgarter Bürgern gegründet. Sie wollten "nach den Jahren der Abgeschlossenheit infolge des Krieges mit dem kulturellen Leben Frankreichs vertraut machen" und "insbesondere die Jugend darauf aufmerksam machen, daß deutscher und französischer Geist sich von jeher gegenseitig bereichert haben" wie es in einem Faltblatt anläßlich des zehnjährigen Bestehens der GFfK heißt. Der damalige französische Generalkonsul in Tübingen, Baron d'Huart, förderte ihre Initiative mit großem Wohlwollen.

Seit dem Herbst 1947 trug die GFfK kontinuierlich mit zahlreichen Vorträgen und Ausstellungen zu Themen mit Frankreichbezug, der Vorführung französischer Filme oder Theateraufführungen und Konzerten französischer Künstler zum kulturellen Leben in Stuttgart bei. Ab 1950 organisierte sie auch Studienreisen deutscher und französischer Gruppen ins Nachbarland und vermittelte Jugendliche für längere Aufenthalte nach Deutschland oder Frankreich.

Die Initiative zur Gründung der GFfK ging von Else Herta Krafft aus, die ehrenamtlich von 1947 - 1952 als Generalsekretärin und stellvertretende Vorsitzende und von 1952 bis zu ihrer Auflösung 1994 als Vorsitzende mit großem Engagement ihre Richtung bestimmte und ihre Aktivitäten organisierte.

 

Bundesverdienstkreuz für Else Krafft

Am 13. Mai 1974 übergab der Stuttgarter Oberbürgermeister Arnulf Klett Else Krafft das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, das ihr der Bundespräsident in Würdigung ihrer Verdienste um die deutsch-französische Freundschaft verliehen hatte.

 

In einem Lebenslauf, den Krafft 1962 auf Französisch verfasst hat, erklärte sie ihre Verbundenheit zu Frankreich mit ihrer Liebe zur französischen Kultur und Sprache, die sie seit den 1920er-Jahren entwickelt habe. 1930 zog sie mit ihrem Mann, der dort eine Stelle als Vertreter deutscher Fabriken antrat, nach Paris, legte ein Diplom als Lehrerin für Französisch als Fremdsprache ab und studierte danach an der Sorbonne Geschichte. Ihr Plan, dort über das Edikt von Nantes zu promovieren, wurde von der Machtübernahme der Nationalsozialisten vereitelt: Im Juni 1934 musste das Ehepaar Krafft nach Deutschland zurückkehren und ließ sich 1935 in Stuttgart nieder.

Bis in die 1990er Jahre organisierte die GFfK regelmäßig Veranstaltungen mit Partnern wie dem Institut français Stuttgart, dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) oder der Stadtbücherei Stuttgart. 1994, im Alter von 95 Jahren, beschloss Else Krafft aus Gesundheits- und Altersgründen vom Vorsitz der Gesellschaft zurückzutreten. Da es sehr schwierig erschien, für sie eine geeignete Nachfolgerin oder einen geeigneten Nachfolger zu finden, beschloss die Gesellschaft bei einer letzten Mitgliederversammlung am 14. März 1994 sich aufzulösen und begründete dies in der Einladung auch damit, dass „ihre satzungsgemäßen Aufgaben nach jahrzehntelangem erfolgreichen Wirken als erfüllt angesehen werden dürfen".

Die Unterlagen, die Else Krafft zur Arbeit der GFfK aufbewahrt hat, wurden vom ifa, in deren Räumlichkeiten die GFfK ein Büro nutzen konnte, an die Frankreich-Bibliothek übergeben. Im September und Oktober 2020 hat sie Loïc Letilly, Student der Politikwissenschaft an den Universitäten Lille und Münster, durchgesehen.

Dabei entstand der Text Nachlass der Gesellschaft der Freunde französischer Kultur e.V. Stuttgart in der Frankreich-Bibliothek des Deutsch-Französischen Instituts, der einen Überblick über die in Ludwigsburg vorhandenen Akten zur Arbeit der GFfK, die tausende Briefe, Programme, Tätigkeitsberichte, Rechnungen belegen, bietet.

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Alle Unterlagen zur GFfK können in der Frankreich-Bibliothek eingesehen werden. Für Fragen dazu stehen Ihnen ihre Mitarbeiter gerne zur Verfügung: frankreich-bibliothek@dfi.de - 07141 - 930334.

 

 

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