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Deutsch-Französisches Institutdfi-Jahrestagung 2011

Städtepartnerschaften – den europäischen Bürgersinn stärken

 

In Zusammenarbeit mit der       Bertelsmann

 

In Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung hat das dfi eine umfassende Bestandsaufnahme der deutsch-französischen Städtepartnerschaften durchgeführt. Im Rahmen der 2016-2017 durchgeführten Studie wurden Organisationsformen, Tätigkeitsformate, Motivationsmuster und die Profile der Teilnehmer an den Aktivitäten im Rahmen der Städtepartnerschaften von 1.322 Partnerschaften erfasst. Damit handelt es sich um die größte bislang durchgeführte Studie zu den deutsch-französischen Städtepartnerschaften.

 

Die Studie kann hier Weiterlesen runtergeladen werden.
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Bericht zur Vorstellung der Studie in Berlin und Paris Weiterlesen

 


Kontakt: keller@dfi.de

 

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Termine

 

Vorstellung der Studie

23. Januar 2018, Paris

Diskussion der Ergebnisse mit geladenen Gästen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik.

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Vorstellung der Studie

18. Januar 2018, Berlin

Diskussion der Ergebnisse mit geladenen Gästen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik.

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Engagement für Europa – Teilnehmer und Organisatoren unterschiedlicher Austauschmaßnahmen berichten

 

Warum engagieren sich so viele Menschen für die Städtepartnerschaften und welche Erfahrung machen die Teilnehmer an Austauschmaßnahmen? Zwölf Kurzporträts vermitteln einen Eindruck von der Breite und der Vielfalt städtepartnerschaftlicher Begegnungen.

 

Margarete Mehdorn, Präsidentin der Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa

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(Foto: Margarete Mehdorn)

Margarete Mehdorn engagiert sich seit über 20 Jahren für die deutsch-französische Zivilgesellschaft. Die Städtepartnerschaft ihrer Heimatstadt Kiel mit Brest liegt ihr sehr am Herzen. 2007 wurde sie mit der Andreas-Gayk-Medaille für ihre Verdienste um die Förderung und Vertiefung der deutsch-französischen Beziehungen im Rahmen der Städtepartnerschaft mit Brest ausgezeichnet.Weiterlesen

 

„Kiel hat schon immer für sich in Anspruch genommen, mit der Kieler Woche kommunale Außenpolitik zu machen. Auch Städtepartnerschaften betrachte ich als kommunale Außenpolitik, aber unter Einbeziehung der Bürger in ihrem Umfeld und mit ihren ganz unterschiedlichen Aktivitäten. Es muss uns gelingen, dass junge Menschen in allen Ausbildungsgängen leichter Schul- und Ausbildungs-Praktika oder berufliche Erasmus-Aufenthalte in der Partnerstadt finden.“

 

Semir Duman, Jugendrat Stuttgart

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(Foto: Semir Duman)

Semir ist halb Franzose, lebt jedoch seit seiner Geburt in Stuttgart. Im Rahmen seines Amtes als Jugendrat der Stadt Stuttgart durfte er am Austausch mit Vertretern der Stadt Straßburg teilnehmen. Weiterlesen

 

„Es ist für mich ein riesiger Gewinn, die Partnerstadt zu entdecken und mit den Menschen, die man durch diese Partnerschaft kennenlernt, tolle Erfahrungen zu sammeln. Städtepartnerschaften zeigen uns Jugendlichen, wie das Leben von Jugendlichen anderswo ist. Man lernt durch die Begegnungen neue Kulturen, neue Bräuche und neue Denkweisen kennen und das ist eine der größten Bereicherungen, die ein Mensch in seinem Leben haben kann.“

 

Karl-Heinz Klein, Radsportclub „Schwalbe 08 Eilendorf“

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(Foto: Karl-Heinz Klein)

Karl-Heinz Klein ist seit über 40 Jahren Leiter der Breitensportabteilung des Radsportclubs „Schwalbe 08 Eilendorf“. In dieser Eigenschaft hat er im September 2017 zum ersten Mal eine Mehrtages-Radtour mit 32 Teilnehmern von Aachen nach Reims organisiert. Da er kein Französisch konnte, belegte er extra für diese Tour einen Französisch-Kurs beim Institut français. Mit dem Reimser Club soll nun eine Vereinspartnerschaft auf Dauer eingegangen werden.. Weiterlesen

 

„Meine prägendste Erinnerung an den Frankreich-Besuch war die für mich völlig unerwartete Erkenntnis, dass, zumindest bei den Menschen in der Reimser Gegend, der 1. Weltkrieg noch sehr präsent ist. Unsere Reimser Gastgeber führten uns bei den Radtouren zu den Bunkern, Schützengräben und Kriegsgräberstätten. Wir hatten das Gefühl, dass die Reimser einfach das Bedürfnis hatten, uns die Schrecken des 1. Weltkrieges vor Augen zu halten, ohne uns auch nur den geringsten Vorwurf zu machen – im Gegenteil: Der Empfang und die Betreuung durch unseren Gastgeberverein waren von einer derartigen Herzlichkeit und Intensität, wie wir es niemals erwartet hätten.“

 

Dr. Frédéric Stephan, Landeshauptstadt Stuttgart

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(Foto: Maria Polezhaeva)

Dr. Frédéric Stephan hat Geschichts- und Politikwissenschaften studiert. Er arbeitet seit 2001 bei der Landeshauptstadt Stuttgart als Experte für Europäische und internationale Angelegenheiten. Als stellvertretender Leiter der Abteilung Außenbeziehungen ist er u.a. für die Zusammenarbeit mit den Partnerstädten Stuttgarts verantwortlich. Die Partnerschaft mit Straßburg besteht seit 1962.Weiterlesen

 

„Ich bin sowohl in Frankreich als auch in Deutschland aufgewachsen und habe in beiden Ländern Familie. Meine beiden Großväter haben auf ihrer jeweiligen Seite im Zweiten Weltkrieg gekämpft, meine Eltern 1963 im Jahr der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags in beiden Ländern geheiratet. Die Bedeutung und Notwendigkeit deutsch-französischer Verständigung und Zusammenarbeit für das Zusammenwachen Europas ist mir nicht nur persönlich sehr wichtig. Gerade in einer Zeit wachsender Unsicherheit und zunehmenden Spannungen auf internationaler Ebene ist die Intensivierung des Dialogs und der Kenntnis des Anderen besonders wichtig. Städtepartnerschaften wie Straßburg-Stuttgart mit Austausch, Bürgerbegegnungen und thematischer Zusammenarbeit zu kommunalen Themen wie Umwelt, Klimaschutz, Stadtentwicklung, Integration, Willkommenskultur und Flüchtlingsbetreuung können in diesem Kontext einen immer größeren Beitrag leisten."

 

Volker Godel, Bürgermeister von Ingersheim

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(Foto: Gemeinde Ingersheim)

Volker Godel hat als neugewählter Bürgermeister 1996 Anregungen aus der Bevölkerung zur Gründung einer Partnerschaft mit der gleichnamigen Gemeinde Ingersheim im Elsass aufgegriffen und in die Tat umgesetzt. Zwischenzeitlich wurde der Austausch auf viele Organisationen und Vereine in den beiden Kommunen ausgeweitet.Weiterlesen

 

„Für mich persönlich, aber auch in meiner Funktion als Bürgermeister, ist die Partnerschaft äußerst wichtig, da wir voneinander lernen können und deutlich gemacht werden muss, dass ein gutes nachbarschaftliches Einvernehmen in Europa keine Selbstverständlichkeit ist. Ganz besonders gerne erinnere ich mich, wie wir am 12. Juli 1998 mit mehreren Bussen zu unserer ersten großen Partnerschaftsbegegnung ins Elsass gereist sind und wir gemeinsam den Sieg der équipe tricolore bei der Fußballweltmeisterschaft bejubelt haben.“

 

Felix Lennart Hake, Deutsch-Französischer Jugendausschuss

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(Foto: Deutsch-Französischer Jugendausschuss e.V.)

 

Felix Lennart Hake ist Präsident des Deutsch-Französischen Jugendausschusses (DFJA). Als überzeugter Europäer setzt er sich mit seinen Mitstreitern für den Erhalt und den Ausbau der deutsch-französischen Freundschaft ein. Der DFJA versteht sich als Wegbereiter einer neuen deutsch-französischen Jugendbewegung mit fester Verankerung in den Städtepartnerschaften.Weiterlesen

 

„Gerade für junge Menschen sind Fahrten in die eigene Partnerstadt ein Schlüsselerlebnis, das sie nachhaltig prägt. Doch die Möglichkeiten, sich selbst zu engagieren, sind häufig begrenzt. Zu oft heißt es: ‚Die sind in einem Jahr ohnehin wieder weg.‘ Hier ist ein Umdenken notwendig: Junge Menschen sollten sich auch für einen begrenzten Zeitraum an einem Ort engagieren können. Wenn sich Städtepartnerschaften für die Zukunft richtig aufstellen wollen, müssen Sätze wie ‚Das haben wir immer schon so gemacht‘ oder ‚Die Jugend will sich ja gar nicht ernsthaft engagieren‘ der Vergangenheit angehören.“

 

Fabienne Fédou, Vize-Präsidentin des Partnerschaftskomitees Bègles Fraternité

de-fr Geschichtsbuch

(Foto: Fabienne Fédou)

Fabienne Fédou ist stellvertretende Bürgermeisterin in Bègles, einem Vorort von Bordeaux. Als Vize-Präsidentin des Partnerschaftskomitees hat sie Austauschprojekte mit Suhl in Thüringen begleitet. Darunter waren Sportgruppen ebenso wie Ausstellungen von Künstlern in und aus der Partnerstadt. Weiterlesen

 

„Unsere deutsch-französische Partnerschaft ist schon über 50 Jahre alt und auf die Bemühungen von Adenauer und de Gaulle mit dem Freundschaftsvertrag von 1963 zurückzuführen. Damals haben unsere Vorfahren Freundschaft und Zusammenarbeit als europäische Werte anerkannt und zahlreiche Begegnungen in die Wege geleitet. Als Germanistin habe ich viele Austausche gefördert und an zahlreichen Veranstaltungen und Konferenzen teilgenommen. Abschließend fiel mir immer wieder auf, wie ähnlich sich Deutschland und Frankreich in vielen Grundüberzeugungen sind. Andere europäische Länder verlassen sich auf das deutsch-französische Paar.“

 

Tanja Herrmann, Universität Mainz

Wertewelten

(Foto: Ulrich Pfeil)

Tanja Herrmann hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit den Städtepartnerschaften befasst. Im Rahmen ihrer Doktorarbeit erhielt sie weitreichende Einblicke in die Praxis der deutsch-französischen Städtepartnerschaften durch Gespräche mit über 100 Zeitzeugen. Weiterlesen

 

„Unvergesslich sind mir meine Recherchen über und Gespräche mit Personen, die den Zweiten Weltkrieg miterlebt haben. Es ist absolut beeindruckend, wie die negativen, aber auch positiven Erfahrungen aus den Kriegsjahren ihr späteres Engagement für eine deutsch-französische Städtepartnerschaft prägten. Städtepartnerschaften sind wichtig, weil sie die einzige europäische Begegnungsplattform sind, die sich an alle Bürger unabhängig ihres Alters und ihres sozio-professionellen Hintergrunds richtet. Gerade vor dem Hintergrund aktueller europäischer Krisen und populistischer Strömungen sollten sie besser gefördert und ausgebaut werden, um die europäische Idee auf Bürgerebene mit Leben zu füllen.“

 

Karl Josef Sander, International Police Association, Verbindungsstelle Gütersloh

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(Foto: Céline Diebold)

Karl Josef Sander ist als Vorstandsmitglied der Gütersloher Verbindungsstelle der International Police Association (IPA) für den Austausch mit den Kollegen aus der Partnerstadt Châteauroux zuständig. Die IPA ist eine weltweite Verbindung von Polizeibeamten. Gemeinsam mit den französischen Kollegen setzen die beiden Verbindungstellen seit 40 Jahren ihr Motto „Dem Frieden dienen durch Freundschaft“ in die Tat um. Weiterlesen

 

„Bei unserem ersten Besuch in Châteauroux war mir schnell klar, dass sich unsere Gastgeber mit den gleichen Problemen des täglichen Lebens plagen mussten wie wir. Wir lagen sofort auf ‚einer Wellenlänge‘. Ich erinnere mich noch gut an die Rückfahrt nach unserem ersten Besuch. Ich saß tief beeindruckt im Bus und grübelte darüber nach, wie es sein konnte, dass unsere Väter sich noch gegenseitig in zwei Weltkriegen getötet haben, obwohl wir uns doch so ähnlich waren.“

 

Lore Fieber, 1. Vorsitzende des Freundeskreises Pérols-Flörsheim

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(Foto: Beate Wagner)

Lore Fieber engagiert sich seit 25 Jahren für die Städtepartnerschaft zwischen dem hessischen Flörsheim und der südfranzösischen Kleinstadt Pérols. Die Unterzeichnung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages 1963 ist ihr bis heute ein Schlüsselmoment. Für ihr Engagement wurde sie von der Stadt Flörsheim mit deren silbernen Bürgermedaille ausgezeichnet. Weiterlesen

 

„Die Städtepartnerschaften sind die Basis, um Vorurteile, Ressentiments und Klischees abzubauen. Die vielen Freundschaften zwischen Deutschen und Franzosen aller Altersgruppen sind ein Garant für die Beziehungen zwischen beiden Ländern. Man kennt sich und kann sich in die Denkweise des anderen hineinversetzen. Ich denke, dass Berufspraktika im jeweils anderen Land, vermittelt durch die Partnerschaftsvereine, eine gute Basis wären, um junge Leute für die deutsch-französische Freundschaft zu interessieren.“

 

Pierre Schwob, Partnerschaft Pays Foyen – Landkreis Rotenburg / Wümme

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(Foto: Pierre Schwob)

Pierre Schwob kennt die Partnerschaft der Gegend um Sainte-Foy-la-Grande im Südwesten Frankreichs mit dem niedersächsischen Landkreis Rotenburg seit ihren Anfängen. Als Deutschlehrer hat er den Schüleraustausch aufgebaut und über Jahrzehnte begleitet. In den vergangenen Jahren hat er als Autor und Koordinator eines 400 Seiten starken Werkes eine der umfangreichsten Dokumentationen angefertigt, die es zu einzelnen Partnerschaften gibt. Weiterlesen

 

„Städtepartnerschaften sind wichtig, weil das Thema der Versöhnung und der Freundschaft zwischen zwei ehemalig verfeindeten Ländern nicht veraltet ist. Zwar betrifft es heutzutage nicht mehr unsere beiden Länder, aber wir können den vielen Ländern, die sich immer noch in blutigen Kriegen bekämpfen, die Botschaft senden, dass auch sie diesen Weg einschlagen können, der uns gelungen ist. Die Berichte der ehemaligen Austauschschüler, die mir erzählen, wie wichtig für sie diese Austausche gewesen sind und wie sie sogar manchmal ihre Lebensanschauung beeinflusst haben, zeugen davon, wie unverändert wichtig die Partnerschaften sind.“

 

Peter Glitza, Philatelistenclub „Graf Zeppelin“

 

 

Peter Glitza ist seit 1999 Vorsitzender des freudenstädter Philatelistenclubs. Seit über 50 Jahren pflegt der Club regelmäßige Beziehungen zum Cercle Philatelique de Courbevoie im Norden von Paris. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Vereinspartnerschaft wurde ihm die silberne Verdienstnadel (Ehrenamt) des Landes Baden-Württemberg verliehen. Weiterlesen

 

„Unsere Vereinspartnerschaft ist eine der tragenden Säulen der Städtepartnerschaft zwischen Freudenstadt und Courbevoie. Es finden alle zwei Jahre Treffen der beiden Clubs mit gemeinsamen Ausstellungen abwechselnd in beiden Städten statt. Meist sind bei diesen Treffen auch Vertreter der Städte anwesend. Eine Kapelle spielt in der Regel die beiden Nationalhymnen. Ich möchte die Vereinspartnerschaft so lange wie möglich am Leben erhalten, was angesichts des hohen Durchschnittsalters in beiden Vereinen zeitlich begrenzt sein dürfte. Nachwuchs ist leider nicht in Sicht!“