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Deutsch-Französisches Institutdfi-Jahrestagung 2011

Urbane Großräume in Deutschland und Frankreich: Stadt- und Regionalplanung vor neuen Herausforderungen

in Zusammenarbeit mit    Wuestenrot Stiftung


Der Trend zur Urbanisierung setzt sich fort, auch in Deutschland und Frankreich. Dies übt erheblichen Druck auf urbane Großräume aus, vor allem in wirtschaftlich starken Regionen.

Zielsetzung

Das im Jahr 2017 angelaufene Projekt des dfi und der Wüstenrot Stiftung setzt sich mit den gesellschaftlichen Folgen des verstärkten Zuzugs in die städtischen Zentren und der fortschreitenden Periurbanisierung des Umlands auseinander, die nicht nur aufgrund des fortschreitenden Flächenkonsums und des weiter steigenden Verkehrsaufkommens Fragen aufwirft. Wir wollen vergleichend untersuchen, wie lokale Akteure aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft auf diese Entwicklungen reagieren, die sich in vielfältiger Weise auf die Lebensverhältnisse von Menschen auswirken und den sozialen Zusammenhalt gefährden können. Dabei geht es vor allem um das Verhältnis Stadt-Umland – in Bezug auf bestehende Sozialstrukturen, Siedlungsentwicklung, Wirtschaftsförderung, regionale Arbeitsmärkte und Mobilitätskonzepte.

Da das Thema in Deutschland wie in Frankreich von großer Relevanz ist, befassen wir uns analytisch mit dem Thema und nehmen gleichzeitig die Praxis der Stadt- und Regionalplanung in beiden Ländern in den Blick. Im Zentrum steht der deutsch-französische Erfahrungsaustausch von Wissenschaftlern und kommunalen Verantwortungsträgern, der – wie schon die vorangegangenen Projekte mit der Wüstenrot Stiftung gezeigt haben – bei allen Unterschieden in vielfacher Hinsicht als Inspirationsquelle dienen kann.

Dem Thema haben wir uns in drei Schritten angenähert: Am Anfang stand eine Diskussion über das Entstehen sozialräumlicher Differenzierungen in einer siedlungsstrukturell größer gefassten Dimension. Der Fokus liegt hier also nicht auf einer kleinräumigen Betrachtung (in eng abgegrenzten Quartieren), sondern auf der Binnenheterogenität urbaner Großräume. Angesichts sich verändernder Präferenzen von Personen und Haushalten für bestimmte Orte und Regionen kommt es zu Raumentwicklungen, auf die Menschen abhängig von ihrer Lebenssituation unterschiedlich reagieren können (Stichwort Vulnerabilität).

In einem zweiten Schritt wurde dann die Frage erörtert, wie die räumliche Planung auf die zu beobachtenden Entwicklungen reagieren kann. Schließlich ging es um die Suche nach effizienten Governance-Strukturen, mit denen eine bestmögliche (und kostensparende) Kooperation konkurrierender lokaler Akteure zum Zwecke der Bereitstellung einer leistungsfähigen regionalen Infrastruktur für die Bewohner einer Stadtregion erreicht werden kann.

Das Projekt besteht aus den folgenden Etappen:

  1. Dialog der Wissenschaft: Herausforderungen und Lösungsansätze in beiden Ländern wurden im Frühjahr 2018 mit deutschen und französischen Experten diskutiert, deren Forschung an der Schnittstelle verschiedener Disziplinen zu verorten ist (Stadt- und Regionalplanung, Soziologie, Ökonomie, Geographie, Politikwissenschaft). Ziel war ein Austausch über den Stand der Forschung sowie über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich, auf dessen Grundlage die Identifizierung interessanter Praxisbeispiele erfolgen kann.
  2. Dialog von Wissenschaft und Praxis: Im Dezember 2018 tauschten sich Akteure der kommunalen bzw. regionalen Ebene beider Länder zusammen mit den am Projekt beteiligten Wissenschaftlern über Ansätze zur Steuerung der Stadt- und Regionalplanung aus, um daraus Rückschlüsse für die eigene Arbeit zu ziehen.
  3. Ein gemeinsamer Sammelband mit Beiträgen beteiligter Wissenschaftler und Praktiker wird die Analysen und Praxisbeispiele einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen.

 

 

Termine

3. - 4. Dezember 2018, München:

Tagung zur Regionalplanung in urbanen Großräumen
Deutsch-französischer Workshop mit Experten und Praktikern der Stadt- und Regionalplanung

 

22.-23. März 2018, Ludwigsburg:

Austausch deutscher und französischer Wissenschaftler am dfi

 

Kontakt: grillmayer@dfi.de

 

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