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Partizipation begeistert

Wahlen und Wahlsysteme in Deutschland und Frankreich - Einführung in das Thema
Wählen!? – Ein Rollenspiel

Redaktion: Karin Felsmann, Stuttgart; Jean-Marc Saum, Lunéville

 

Thema: „Wie bringen wir mehr Jungwähler an die Urne?“

Sachanalyse: Statistiken zeigen, dass die Wahlbeteiligung umso höher ist, je älter die Wähler sind. Am niedrigsten ist die Wahlbeteiligung bei den 18- bis unter 25-Jährigen. In dieser Altersgruppe liegt die Wahlbeteiligung deutlich unter dem Durchschnitt.

Rollenspiel: Stellt euch vor, dass ihr, kurz vor den nächsten Wahlen zum (Bundes-/Land)Tag, an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Wie bringen wir mehr Jungwähler an die Urne?“ teilnehmt.

  • Bereitet anhand eurer Rollenkarte euren Beitrag an dieser Diskussion vor.
  • Nehmt aktiv an der Diskussion teil und vertretet eure Position. Geht argumentativ auf die Positionen der anderen Teilnehmer*innen ein.
  • Wenn ihr keine Rolle zu vertreten habt, dann seid ihr Teil des Publikums. Ihr habt einen Beobachtungsauftrag, den ihr mithilfe des Beobachtungsbogens wahrnehmen müsst. Ihr könnt am Ende der Diskussion Fragen an die Diskutant*innen stellen.

 


 

Teilnehmer*in 1: Du bist Mitglied der Jugendorganisation ei-ner Öko-Partei. Das Thema, das dir am meis-ten am Herzen liegt, ist der Klimaschutz. Deshalb nimmst du auch regelmäßig an den Veranstaltungen von Fridays For Future teil. Aber du bist sicher, dass sich nachhaltiger Klimaschutz nur verwirklichen lässt, wenn dieses Thema im Parlament eine möglichst große Mehrheit findet. Deshalb möchtest du möglichst viele Jungwähler mobilisieren zur Wahl zu gehen.

 


 

Teilnehmer*in 2: Du bist ein junger Mensch, der es bisher im Leben nicht immer leicht hatte. Du hast die Folgen von Arbeitslosigkeit in der eigenen Familie erlebt und findest, dass die Politik generell zu wenig für Familien und vor allem für benachteiligte Jugendliche tut. Du bist frustriert und deshalb nicht bereit, dich politisch zu engagieren. Bei den nächsten (XY)Wahlen wirst du nicht zur Wahl gehen, sondern dich enthalten.

 


 

Teilnehmer*in 3: Du bist ein politisch interessierter junger Mensch und informierst dich z.B. regelmäßig über verschieden Kanäle über politische Themen, besuchst politische Informationsveranstaltungen wie z.B. Podiumsdiskussionen in Zeiten des Wahlkampfes, und du wirst bei der ersten Gelegenheit dein Wahl-recht wahrnehmen. Du bist davon überzeugt, dass sich junge Leute mehr für Politik interessieren und am politischen Geschehen teilhaben würden, wenn das Wahlalter auf 16 Jahre gesenkt würde.

 


 

Teilnehmer*in 4: Du bist ein politisch interessierter junger Mensch, der allerdings das politische Geschäft der Parlamente für wenig effektiv hält. Du findest zudem, dass Abgeordnete sich nicht um die wirklich wichtigen Themen kümmern und ihre Parlamentsarbeit zu stark von Parteiinteressen und Einflüssen von Lobbyisten geprägt ist. Du hältst konkrete Aktionen in der Öffentlichkeit wie Demos, Flashmobs, Sit-ins etc. für deutlich wirkungsvoller. Wählen gehen kommt für dich nicht in Frage, denn du bist überzeugt davon, dass dieser Akt keinen Sinn macht.

 


 

Eine Mutter / ein Vater : Ihr Sohn / Ihre Tochter, die bei den kom-menden (XY)Wahlen zum ersten Mal wählen dürfte, interessiert sich hauptsächlich für Aktivitäten in sozialen Netzwerken und findet ‚Politik‘ generell völlig uninteressant. All Ihre Bemühungen, Ihr Kind davon zu überzeugen, dass wählen gehen ein für die Demokratie wichtiger Akt politischer Beteiligung ist, haben bis jetzt keine Wirkung gezeigt. Sie finden, dass hier die Schule deutlich größere Anstrengungen unternehmen müsste, um zukünftige Wähler*innen gezielt und altersgerecht an dieses Thema heranzuführen.

 


 

Eine Lehrkraft für Politik [Sozialkunde / Gemeinschaftskunde]: Sie sind davon überzeugt, dass viele Ihrer Schüler*innen sich für Politik interessieren, allerdings sind sie mit den schulischen Bedingungen für den Politikunterricht nicht zufrieden. Sie bemängeln, dass der Bildungsplan nicht genügend Unterrichtsstunden für Ihr Fach vorsieht, um wirklich genug Zeit zu haben, mit Ihren Schüler*innen politische Themen intensiv zu behandeln und sie so auf ihre Rolle als Staatsbürger vorzubereiten. Außerdem würden Sie gerne mit Ihren Schüler*innen außerunterrichtliche Exkursionen unternehmen, wie z.B. den Besuch politischer Institutionen, Gespräche mit Abgeordneten etc., aber hierfür fehlt es an Geld und Zeit.

 


 

Parlementsabgeordnete/r: Sie sind Abgeordnete/r einer konservativen Partei im (Bundes- / Land-)Tag. Wie allgemein bekannt, sind junge Abgeordneter zahlenmäßig in den verschiedenen Parlamenten stark in der Minderheit. Sie wollen deshalb junge Menschen mehr für Politik interessieren und sie dafür gewinnen, an Wahlen teilzunehmen. Nur so können die Belange junger Bürger*innen auch in den Parlamenten Gehör finden.

 


 

Parteimitglied : Seit Jahren sind Sie Parteimitglied der Par-tei (XY), in der seit längerer Zeit darüber diskutiert wird, die Senkung des Wahlalters in das Wahlprogramm aufzunehmen. Jetzt, kurz vor der anstehenden Wahl, gewinnt dieses Thema wieder an Wichtigkeit. Sie sind davon überzeugt, dass dies der falsche Weg wäre, da Sie Jugendliche mit 16 Jahren für zu unreif halten und ihnen politisches Desinteresse vorwerfen.

 


 

Moderator*in: Depuis des années, vous êtes membre d‘un parti (XY), qui discute depuis longtemps d'inclure l'abaissement de l'âge du droit de vote dans son programme électoral. Aujourd'hui, peu avant les prochaines élections, cette question gagne à nouveau en importance. Vous êtes convaincu que ce serait la mauvaise voie à suivre, car vous considérez que les jeunes de 16 ans sont trop immatures et vous les accusez de désintérêt pour la politique.

 


 

Materialien zum Thema Wahlen und Wahlsysteme in Deutschland und Frankreich:

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