Die Turbulenzen des Euroraums scheinen kein Ende zu nehmen. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass Spekulationswellen neue Zweifel an der Wirksamkeit der beschlossenen EU-Reformen (Europäischer Stabilitätsmechanismus, reformierter Stabilitäts- und Wachstumspakt) nähren oder die Fähigkeit der Krisenländer infrage stellen, ihre Haushaltsanierung voranzubringen. Der Expertenstreit über notwendige Reaktionen ist in vollem Gange: eine etwaige Umschuldung, hair cut, Zinskonditionen, Sinn und Unsinn der Sparauflagen werden ebenso heftig diskutiert wie die grundsätzlichen Fragen der Euro-Konstruktion. Dies alles wird begleitet von zunehmend schrilleren Tönen in der Öffentlichkeit, die zuweilen irreale Züge annehmen. „Keine Transferunion!“ lautet gegenwärtig ein deutsches Mantra – als ob nicht längst Elemente von Finanztransfers in der EU existierten; als ob es möglich sei, sich gegen Fehlentwicklungen einzelner Partner der Eurozone zu immunisieren; als ob es nicht im ureigenen deutschen Interesse läge, das Auseinanderbrechen der Währungsunion zu verhindern.
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