Die Wogen gehen hoch, ein Sturm der Entrüstung braust durch die Medien, und es scheint kein Sturm im Wasserglas zu sein. Erst waren es die französischen Lateinlehrer, die um ihr Fach fürchten, dann wachten all jene auf, die dem Unterricht der deutschen Sprache in Frankreich Bedeutung beimessen. Parteiübergreifend protestieren Abgeordnete der Assemblée Nationale gegen die geplante Reform des Collège. Andreas Jung und Pierre-Yves Le Borgn’ (die beiden Vorsitzenden der deutsch-französischen Parlamentariergruppe) pub-
lizieren in der FAZ eine Protestnote, die renommierte Europa-Abgeordnete Sylvie Goulard plädiert für eine ungebrochene Stärkung der deutschen Sprache an französischen Schulen. Die deutsche Botschafterin wird in Paris von der Bildungsministerin zwar empfangen, blitzt aber rundweg ab. In Montpellier blockieren Eltern eine Schule und kämpfen für den Erhalt des bestehenden Angebots. Das Thema kommt in den Machtzentren in Berlin und Paris an. Wie sind diese erstaunlich breiten und heftigen Reaktionen einzuordnen?
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