Eine besondere, intensive und prägende Studienerfahrung – so wird unser integrierter Bachelorstudiengang Mainz-Dijon in den Geistes- und Kulturwissenschaften von unseren Absolvent:innen immer wieder beschrieben. Sie haben bei Erhalt ihres Doppeldiploms – einen Bachelor der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und eine licence der Université Bourgogne Europe (UBE) – ein sechs-semestriges Studium in zwei Ländern absolviert und unzählige Erfahrungen gesammelt. Doch was macht ein außergewöhnliches Studium wirklich einzigartig? Eine zusätzliche Option, die neue Perspektiven eröffnet: unsere Drittlandoption Kanada!
Das integrierte Studium Mainz-Dijon und eine außergewöhnlichen Hochschulpartnerschaft
Seit über 30 Jahren absolvieren Studierende ihre akademische Ausbildung an der JGU und der UBE in unserem integrierten Studienprogramm. Über 1.200 Absolvent:innen sprechen für die Ausbildung als exzellenter Grundstein für das weitere Studium und den anschließenden Berufseinstieg. Die Universitätspartnerschaft Mainz-Dijon ist in eine Regional- und Städtepartnerschaft eingebunden, was eine Besonderheit in der Landschaft der deutsch-französischen Hochschulkooperationen darstellt. Der Studiengang wird dankenswerterweise von der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH) gefördert, wodurch die Studierenden während der Auslandsphase an der Partneruniversität eine finanzielle Unterstützung erhalten.
Die Studierenden entscheiden sich für einen Bachelor of Education oder Bachelor of Arts sowie Französisch und eines der folgenden Fächer: Englisch/American Studies, Deutsch/Germanistik, Geschichte, Geographie, Philosophie oder Komparatistik/Europäische Literatur. Nach einem Orientierungsjahr von zwei Semestern an der Heimatuniversität wechseln die Studierenden für drei Semester an die Partneruniversität in Burgund. Ein Sprach- und Methodenkurs im ersten Semester, eine Seminarfahrt nach Dijon in der anschließenden vorlesungsfreien Zeit und ein eintägiges interkulturelles Training bieten den idealen Rahmen für die Studierenden, um sich auf diesen längeren Auslandsaufenthalt vorzubereiten. Nach anderthalb Jahren Studium und Leben in Frankreich schließen sie ihren Bachelor an der JGU im 6. Semester ab.
Ein Semester in Québec, Kanada, verbringen
Mit unserer Drittlandoption Kanada, „le petit plus“, bieten wir den Studierenden eine zusätzliche Chance für eine weitere akademische Auslandserfahrung: das 5. Semester kann in Québec, Kanada, verbracht werden, statt in Dijon. Studierende mit den Fächern Französisch, Englisch, Geschichte, Geographie, Philosophie und Europäische Literatur/Komparatistik haben die Möglichkeit, sich auf diese Option zu bewerben. Zur Vergabe der sechs zur Verfügung stehenden Studienplätze wird zunächst ein internes Auswahlverfahren durchgeführt, bevor die Bewerbung an unserer Partneruniversität in Sherbrooke beginnt.
Die Partnerschaft mit der Université de Sherbrooke (UdeS) besteht seit etwa 20 Jahren und sieht nicht nur für Studierende, sondern auch für Lehrende einen Austausch zwischen Deutschland und Kanada vor. Die französischsprachige Universität mit ihren 33.000 Studierenden liegt in der Kleinstadt Sherbrooke, zwei Stunden südlich von Montréal in der Region Estrie. Sie zeichnet sich im nationalen Vergleich besonders durch ihre starke Forschungsleistung, interdisziplinäre Ausrichtung und regionale Verankerung in Québec aus. Die Université de Sherbrooke verteilt sich auf drei Campus-Standorte und hat somit eine breite geografische Präsenz in Québec. Sie ist zudem für ihr aktives Studierendenleben, ein vielfältiges Kulturangebot sowie die Nähe zu Nationalparks bekannt. Die Universität folgt nicht zuletzt einer ausgeprägten Nachhaltigkeitsstrategie und belegt damit eine Spitzenposition im nationalen Vergleich. Zahlreiche studentische Initiativen und Projekte ermöglichen es den Studierenden, sich hieran aktiv zu beteiligen und sich zu engagieren.
Nach erfolgreicher Annahme an der UdeS stehen den Teilnehmenden zwei Trimester in Québec bevor, was dem Umfang eines deutschen Semesters entspricht. Bis zum Abflug kümmern sich die Studierenden um ihr Studienvisum, den Umzug und die Unterkunftssuche in der neuen Stadt. Das Dijonbüro begleitet und berät die Studierenden sowohl vor, während als auch nach dem Aufenthalt in Kanada. Die Mitarbeitenden des Dijonbüros haben teilweise selbst diese Studiengangsoption wahrgenommen und können die Studierenden in Bezug auf Abläufe, Anforderungen und Bedarfe optimal beraten.
Die in Sherbrooke erbrachten Leistungen werden auf der Grundlage einer vorab getroffenen Vereinbarung im integrierten Studium anerkannt. Eine finanzielle Unterstützung ist ab dem Studienjahr 2026/27 durch Erasmus+ möglich.
Studieren und leben in Québec
Das Studium in Québec bietet eine fachliche Öffnung und Spezialisierung und stellt auf diese Weise eine ideale Ergänzung zum bisherigen Studium dar: so werden Kurse unter anderem mit frankophonen Inhalten, aber auch solche, die den nord-, zentral- und südamerikanischen Kontinent thematisieren, angeboten. Vor allem Kurse zur Literatur aus Québec, auch von autochthonen Autor:innen, und sprachwissenschaftliche Kurse wie Français québécois : aspects généraux begeistern die Studierenden immer wieder. In den anderen Fächern, wie zum Beispiel Geschichte, ergänzen die angebotenen Themen ebenfalls die akademische Ausbildung in Europa, z.B. durch Kurse wie Histoire des femmes au Québec oder Histoire du Canada avant 1840. In diesen Kursen entwickeln die Studierenden häufig Fragestellungen für ihre späteren Abschluss- und sogar Promotionsarbeiten.
Wie erleben die Studierenden das Studium an einer nordamerikanischen Universität?
„Der fachliche Austausch war geprägt von Offenheit und Anerkennung, sodass ich mich in meiner wissenschaftlichen Arbeit bestärkt fühlte“, berichtet Melina Hesse, Studierende im integrierten Studiengang Bachelor of Education mit den Fächern Geographie und Französisch. Sie führt weiter aus: „Die Kursformate trugen zusätzlich zu dieser positiven Erfahrung bei. Das System in Sherbrooke besteht aus weniger, dafür aber zeitlich intensiveren Lehrveranstaltungen. Diese Struktur ermöglichte eine tiefere Auseinandersetzung mit den Inhalten. Anstelle zahlreicher Klausuren standen Projektarbeiten, Hausarbeiten und Präsentationen im Vordergrund. Diese Form der Leistungsbewertung erlaubte mir nicht nur eine kontinuierliche Reflexion des Gelernten, sondern förderte auch meine Fähigkeit, Inhalte kritisch und kreativ zu verarbeiten.“
Neben dem Studium hat das Leben in Québec viel zu bieten: vom Erleben der Natur im Herbst mit ihren buntgefärbten Ahornbäumen, dem langen Winter mit Ski- und Schlittenfahren am Mont-Bellevue neben der Universität und der Weite der umliegenden Nationalparks bis zu kulturellen Veranstaltungen. Auch in dieser Hinsicht machen viele Studierende wertvolle und erweiternde Erfahrungen.
So hat Anna Dötsch, B.Ed.-Studierende mit den Fächern Geschichte und Französisch, eine neue Leidenschaft für sich entdeckt: „Meine Begeisterung für das für Québec typische Improvisationstheater führte mich regelmäßig zu den wöchentlichen Improvisations-Matches und zudem in einen Improvisations-Kurs. Es war eine bereichernde Erfahrung, die mir zudem geholfen hat, das parler québécois in einem außeruniversitären Kontext besser zu verstehen.“ An der UdeS können die Studierenden ein großes Sportangebot nutzen: vom Fitnessstudio über ein Schwimmbad bis hin zu verschiedenen Sportkursen. Nicht zuletzt entdecken die Studierenden bei privaten Reisen die Region und Städte wie Montréal, Québec oder Toronto.
Diese Erfahrungen unterstützen die Profilbildung und führen zur Weiterentwicklung in verschiedenen Feldern: Zunächst fügen sich die Studierenden in ein drittes Bildungssystem ein und zeigen damit eine hohe persönliche Anpassungsfähigkeit.
Ein weiterer Kompetenzzuwachs findet auf der sprachlichen Ebene statt: Die Studierenden lernen mit dem Québécois eine Varietät des Französischen innerhalb der Frankophonie kennen. Nationale und regionale Varietäten sind eng mit Geschichte, Traditionen und Fragen der Identität verbunden. Und wer sich damit auseinandersetzt, gewinnt ein tieferes Verständnis für die Kultur und Lebensweise der Sprecher:innen. Insbesondere zukünftige Lehrkräfte machen so wertvolle Erfahrungen, die sie in ihrem späteren Berufsalltag im Klassenzimmer gewinnbringend weitergeben können.
Die Studierende Melina Hesse zieht folgendes Resümee: „Meine Zeit in Sherbrooke war eine Phase intensiven Lernens und Erlebens. Die Kombination aus akademischen Herausforderungen, interkulturellen Eindrücken und persönlicher Weiterentwicklung machte diesen Aufenthalt zu einer der prägendsten Etappen meines Studiums.“
Wir sind für diese langjährige und beständige Kooperation sehr dankbar, die unser deutsch-französisches Studienangebot ideal ergänzt. Den Studierenden ermöglicht sie einzigartige Erfahrungen und eine bereichernde Öffnung innerhalb der Frankophonie.
Informieren Sie Ihre Kolleg:innen und Schüler:innen über unser internationales Studienangebot! Informationsmaterial senden wir Ihnen gern kostenfrei zu, das Bestellformular finden Sie unter folgendem Link:
Univ.-Prof. Dr. Antje Lobin, Beauftragte der Johannes Gutenberg-Universität für die Partnerschaft mit der Université Bourgogne Europe Dijon und Programmbeauftragte der integrierten Studiengänge in den Geistes- und Kulturwissenschaften Mainz-Dijon, Romanisches Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, alobin@uni-mainz.de
Lina Würfel, Studiengangskoordinatorin, dijon@uni-mainz.de, Dijonbüro, Romanisches Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
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