Deutsch französisches Institut:
https://www.dfi.de/veranstaltungen/aktuell/einzelansicht

Ludwigsburg
Veranstaltung mit dfi-Beteiligung

Mit der Partnerstadt gegen Lebensmittelverschwendung - Ein Kampf, bei dem es nur Gewinner geben kann.

10 Kommunen nehmen an der Veranstaltung des Ministeriums für Ernährung und des dfi teil.

Die Zahlen machen es deutlich: Lebensmittelverschwendung ist ein zentrales Thema unserer Zeit. In Deutschland werden jährlich 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. In Frankreich sind es 10. Betrachtet man den Prozess von der Produktion dieser Lebensmittel bis zur Entsorgung bedeutet dies auch die Verschwendung von natürlichen Ressourcen, Energien und unnötige Treibhausgasemissionen. Der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung ergibt aus mehrfacher Hinsicht Sinn. Mit dieser Erkenntnis startete die Veranstaltung des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz im dfi, die zweite der 2020 initiierte Reihe „Gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung“.

Neben Gesetzen auf europäischer Eben, so Marc Ringel, sei die kommunale Ebene die richtige, um das Thema konkret anzugehen. Mit den guten Beziehungen zu den Partnerkommunen in Frankreich könnte man voneinander lernen und gleichzeitig den Partnerschaften neues Leben durch praktische und sinnvolle Projekte einflößen. Gleichzeitig könnte diese gute Sache die Gesellschaft stärken.

Die verschiedene Herangehensweise und aktuelle Lösungsansätze in Deutschland und Frankreich präsentierte Orphée Daillet, Studentin der Universität Stuttgart. Frankreich war 2013 das erste Land in Europa, das zu dem Thema ein Gesetz verabschiedete. In beiden Ländern haben sich zahlreiche Initiativen zur Rettung von Lebensmitteln entwickelt, die einen karitativen, gemeinschaftlichen oder auch lukrativen Ansatz verfolgen. Auch steuerliche Vorteile könne dazu beitragen, dass der Einzelhandel überschüssige Lebensmittel spendet. Dieser Kampf müsse aber mit einem Wandel der Konsumgewohnheiten einhergehen.

Darüber diskutierten die Teilnehmenden anschließend im Workshop, unterstützt von den Berichten zwei Vorreiterstädten Leutkirch im Allgäu und Freudenstadt. Wie kann Sensibilisierung zum Thema Lebensmittelverschwendung aussehen? Welche konkreten Aktionen und Projekte können organisiert werden, auch mit der jungen Generation? Welche Formate eignen sich für die Partnerschaft? Welche Hürden können identifiziert werden? Im Austausch wird schnell sichtbar, dass bereits viele Aktivitäten stattfinden und zahlreiche Ideen existieren. Dafür ist es unentbehrlich, ein Netzwerk aufzubauen und regelmäßige Austauschmöglichkeiten zu schaffen aber auch in den Kommunen einen Ansprechpartner für dieses Thema zu identifizieren. Über einen besseren und eventuell verbindlicheren rechtlichen Rahmen diskutierte die Gruppe ausführlich.

Am Nachmittag bestärkte Sabine Kurtz MdL, Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz die Kommunen in ihrem Engagement. Das Problem der Lebensmittelverschwendung sei vielschichtig, weshalb eine einzelne Lösung „von oben“ nicht ausreiche. Vielmehr müssten die Lösungsansätze lokal anpasst werden, um passgenau zu sein. Hierbei müssen die Kommunen das Rad nicht neu erfinden: Durch einen systematischen Austausch können bestehende „Best practices“ weitergegeben und genutzt werden. Dies gelte insbesondere für den Austausch in Europa. So könnten speziell Deutschland und Frankreich viel voneinander lernen. In dieser Hinsicht regte sie die Kommunen an, sich der Landesinitiative anzuschließen und aktiv bei diesem Thema mitzuwirken. Dies sei insbesondere auch eine Gelegenheit, um junge Menschen in die kommunale Arbeit und in die Partnerschaften einzubinden.

An Infoständen konnten sich die Teilnehmenden über Angebote des Landeszentrums für Ernährung Baden-Württemberg, Too Good To Go, Deutsch-Französisches Jugendwerk, dfi und von foodsharing e.V., das auch für diesen Tag eine Kaffeepause aus geretteten Lebensmitteln vorbereitet hatte.

Die Pressemitteilung des Ministeriums finden Sie hier.

Im Workshop
im Workshop
v.l.n.r: Klaus Burger, Sebastian Mannl, Bürgermeister der Stadt Ludwigsburg, Sabine Kurtz, Staatssekretärin und Prof. Dr. Marc Ringel, dfi
Infostand
An Ständen informieren sich die Teilnehmenden über Angebote rund um Lebensmittelrettung
Kaffeepause mit geretteten Lebensmitteln
Kaffeepause mit geretteten Lebensmitteln
Logo Campagne
Im Workshops wurden Ideen gesammelt
Zurück
Icon Briefumschlag