Oberstudiendirektor Christof Martin, Schulleiter des Goethe-Gymnasium Ludwigsburg, drückte in seinem Grußwort seine Freude darüber aus, die über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in seinem Haus zu empfangen. Gaël de Maisonneuve, Generalkonsul und Leiter des Institut français Stuttgart, sah die kontinuierliche Zusammenarbeit der Partnereinrichtungen als Grund dafür an, dass der Französischlehrer*innentag nun einen festen Platz in der Jahresplanung vieler Lehrkräfte habe, und sprach die Hoffnung aus, dass sich ihre Zusammenarbeit zum Wohle der französischen Sprache noch über viele Jahre fortsetzen werde. Steffen Straube-Kögler, Referent im Europareferat des Kultusministeriums, stellte das gemeinsame Projekt der „deutsch-französischen Schüler-botschafterinnen und -botschafter“ vor, dass das Kultusministerium Baden-Württemberg und die Académie de Strasbourg gemeinsam ins Leben gerufen haben. Diese Botschafterinnen und Bot-schafter sollen in ihrem schulischen Umfeld für die deutsch-französische Zusammenarbeit, den Austausch mit dem Nachbarland und dessen Sprache werben.
Im Anschluss hielt Frank Baasner einen Vortrag über die Frage was Franzosen und Deutsche ver-bindet. Darin zeigte Baasner auf, dass sich die zivilgesellschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich in Zeiten, in denen auf Regierungsebene ein großes Unverständnis für die Positionen des Nachbarlandes festzustellen sei, als unverbrüchliche Bande zwischen beiden Ländern erweisen. Diese seien über Jahrzehnte gewachsen und es gelte, sie auch künftig zu pflegen. Die Französischlehrerinnen und -lehrer würden dazu mit ihrer Arbeit einen unersetzlichen Beitrag leisten, so Baasner zum Abschluss.
In kleineren Gruppen konnten die Teilnehmenden danach an zwei von vier angebotenen Ateliers teilnehmen:
Den größten Zuspruch fand Jeanette Konrad, bekannt als Chefredakteurin der Sendung „Karambo-lage“ des deutsch-französischen Fernsehsenders ARTE. Am Beispiel von Begegnungen von Charles de Gaulle und Konrad Adenauer oder François Mitterrand und Helmut Kohl zeigte sie, dass sich interkulturelle Unterschiede zwischen Deutschen und Franzosen auch in der Körpersprache von Staatsmännern manifestieren. Das und warum eine bekannte Nuss-Nougat-Creme in Deutschland eine andere Konsistenz als in Frankreich erklärte sie anhand des Karambloge-Videos „Nutella: Hart oder flüssig? Eine Frage der Herkunft“. Als flankierendes, kostenpflichtiges Angebot stellten Servane Ract und Fanny Braun educ’ARTE vor, das die Vermittlung von interkulturellen und digitalen Kompetenzen im Französischunterricht unterstützen soll und für das das Land Baden-Württemberg 60 Lizenzen für Gymnasien und Realschulen abgeschlossen hat.
In einem interaktiven Workshop über Instrumente und Programme des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) zur Unterstützung von Projekten zwischen Klassen, hybrid oder rein virtuell zeigte Patricia Paquier vom DFJW auf anschauliche Weise und mit viel Humor, wie diese im Unterricht eingesetzt werden und ihn bereichern können. Die Lehrkräfte lernten dazu verschiedene Übungen kennen und probierten diese gleich selbst in der Gruppe aus, was ihnen viel Freude bereitete.
Dass man nicht erst im vierten oder fünften Unterrichtsjahr anfangen dürfe, fiktional Texte zu lesen, erklärte Thilo Karger, Fachleiter Französisch am Studienseminar Frankfurt am Main, in seinem Atelier „Entdecken Sie Frankreich und seine Jugendkultur mittels Jugendliteratur aus französischer Feder“. Für einen frühen Einstieg in die Lektüre eigneten sich besonders kürzere, leicht verständliche Erzählungen, z.B. aus den « Histoires pressées oder « Histoires minute » von Bernard Friot. Kürzere Erzählformen würden außerdem den Schülerinnen und Schülern schnell das Erfolgserlebnis des Verstehens bescheren und mehr Unterrichtszeit für die Reflektion des Inhalts erlauben. Keines Falls, so Karger, sollte Jugendliteratur als verstaubt angesehen werden und auch nicht mit dem Zweck gelesen werden, den Jugendlichen den Umgang mit digitalen Medien auszutreiben. Vielmehr müsse es das Ziel des Unterrichts sein, den kritischen Umgang mit ihnen zu vermitteln.
Klassischere Texte von Germaine de Staël oder Guy de Maupassant stellte Wolfgang Bohusch seinen Zuhörerinnen und Zuhörern in seinem Beitrag zu seiner Veröffentlichung „die deutsch-französischen Beziehungen in der französischen Literatur“ vor.
In den Pausen konnten sich die Lehrkräfte an den Ständen des dfi, des Institut Français und der Verlage Klett, Cornelsen und Reclam über deren Angebote informieren. Die drei Verlage fördern den deutsch-französischen Tag seit vielen Jahren und haben so dankenswerterweise dazu beige-tragen, dass er zu einem festen Termin im Schuljahr vieler Französischlehrer*innen geworden ist.







