Deutsch französisches Institut:
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Stuttgart
Französischlehrer*innentag

Deutsch-Französischer Tag für Französischlehrer*innen

Am 30. Januar 2015 haben das dfi und das Institut Français Stuttgart zum sechsten Mal gemeinsam einen deutsch-fran­zösischen Tag organisiert. In diesem Jahr fand die Veranstaltung in den neuen Räumlichkeiten des Institut Français am Berliner Platz in Stuttgart statt.

Rund 100 Französischlehrer hörten dabei die Vorträge von Frank Baasner und Dominik Grillmayer zum Thema „Neue Dynamiken in Frankreich – Politik, Wirtschaft, Gesellschaft“ und nahmen an einem der drei Ateliers teil.
Nicolas Eybalin, Generalkonsul Frankreichs in Stuttgart, wies zur Begrüßung auf die beengte räumliche Situation im Institut Français hin: Diejenigen Teilnehmer, die im letzten Jahr an der Vorgängerveranstaltung in den weitläufigen Räumlichkeiten der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg teilgenommen hätten, fühlten sich in seinem Haus vielleicht etwas eingeengt. Dennoch hoffe er, so der Konsul, dass sie die Intimität der Örtlichkeit zu schätzen wüssten.

Michette Eyser, Fachreferentin für Französisch beim Regierungspräsidium Stuttgart, verlas für die erkrankte Gabriela Ebeling vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport deren Grußwort. Darin betonte Frau Ebeling, dass im Sprachunterricht neben den „sprachlichen Mittel ein gewisses Verständnis für die soziale, kulturelle und wirtschaftliche Situation des Nachbarn auf einem altersgerechten Niveau“ vermittelt werden müsse. Zeitgemäßer Französischunterricht habe die vorrangige Aufgabe, die interkulturelle Kommunikations- und Handlungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu entwickeln, so Ebeling.

Prof. Dr. Frank Baasner begrüßte die Lehrer von Seiten des Deutsch-französischen Instituts und schloss an seine kurze Ansprache – da im Falle der Grußworte nicht alle guten Dinge drei seien – seinen Plenumsvortrag zur aktuellen Situation in Frankreich an. Dabei erläuterte er anhand von Beispielen aus unterschiedlichen Bereichen die jüngsten politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Frankreich. Obwohl es von der breiten Öffentlichkeit in Deutschland kaum wahrgenommen worden wäre, hätten die französischen Regierungen in den letzten Jahren einige Reformen auf den Weg gebracht: So seien z.B. während der Präsidentschaft von Nicolas Sarkozy Reformen des Hochschulwesens und des Rentensystems umgesetzt worden, die Regierung François Hollandes habe neben anderem die Unternehmen substanziell um Steuern und Sozialabgaben entlastet. In der anschließenden Diskussion stellte ein Lehrer die Frage, ob zu erwarten sei, dass man in Frankreich das Auswahlverfahren mittels Wettbewerb für die Elitehochschulen, den Lehrerberuf und die meisten Laufbahnen im Öffentlichen Dienst mittelfristig aufgeben würde. Dies könne er sich kaum vorstellen, meinte Baasner, das Concourssystem sei zu fest „in der DNA“ Frankreichs verankert.

Zum zweiten Mal in dieser Veranstaltungsreihe wurden Workshops angeboten und so den Teilnehmern Gelegenheit gege­ben, in kleinen Gruppen zusammen zu arbeiten und zu diskutieren. Dr. Felix Heidenreich referierte über Hintergründe und Perspektiven des Rechtspopulismus in Frankreich und stellte den Front National dabei als multiple Partei voller ungeklärter Widersprüche dar. Wie man deutsch-französische Befindlichkeiten und Mißverständnisse im Unterricht anhand von Photos und Videos behandeln kann, führte Maxime Bleuzé vom Institut Français Düsseldorf vor, auch mittels verschiedener Umarmungsgesten zwischen deutschen und französischen Politikern. Odile Ledru-Menot, freiberufliche Lehrerin, Ausbilderin und Forscherin im Bereich Französisch als Fremdsprache, präsentierte in ihrem interaktiven Atelier neue Möglichkeiten um den Schülern auf motivierende Weise eine bessere Aussprache beizubringen.

In den Pausen konnten sich die Lehrer an den Ständen des dfi, des Institut Français und der Verlage Klett, Cornelsen und Reclam über deren Angebote informieren. Nur dank der Unterstützung der drei Verlage war es möglich, externe Referenten für die Veranstaltung zu gewinnen.

Frank Baasner diskutiert mit den Französischlehrer*innen
Frank Baasner diskutiert mit den Französischlehrer*innen
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