Der zweite Weltkrieg hat im individuellen und kollektiven Gedächtnis der beiden Nachbarländer Deutschland und Frankreich schwere Wunden hinterlassen, die bis heute fortwirken. Ein häufig übersehenes Kapitel der schmerzvollen Geschichte des Zweiten Weltkriegs stellen die Besatzungs- und Soldatenkinder dar, die mal als Kinder der Schande (enfants de la honte), mal als Kinder der Liebe (enfants de l’amour) bezeichnet werden. An ihnen kristallisieren sich komplexe Dynamiken von Krieg und Frieden, Identität und Fremdheit ebenso wie gesellschaftliche und politische Verdrängungsmechanismen.
Lebenslang als „anders“ markiert, litten und leiden diese Menschen (wie nicht selten auch ihre Nachkommen) an Ausgrenzung oder/und Schuldzuweisungen. Die individuell sehr unterschiedlichen Schicksalsgeschichten veranschaulichen, wie Konflikte nicht nur geopolitisch nachwirken, sondern auch individuelle wie gesellschaftliche und erinnerungspolitische Narrative nachhaltig beeinflussen. Der Vortrag wird aufzeigen, wie Tabuisierung zur Ursache von Verdrängungsmechanismen wird, die teilweise bis heute auf individueller Ebene transgenerationelle Traumata bewirken.
Veranstaltungsort: dfi
Termin: 18. Juni 2026, 18:30
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Der Eintrittspreis an der Abendkasse beträgt 8,00 € (ermäßigt 6,00 €). Mitglieder des dfi, des dfi-Freundeskreises sowie Kursleitende der vhs haben freien Eintritt.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Volkshochschule Ludwigsburg

