Deutsch französisches Institut:
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Stuttgart
Französischlehrer*innentag

La jeunesse et l'école en France à l'heure du numérique

Am 6. März 2020 fand im Regierungspräsidium Stuttgart ein deutsch-französischer Tag für Französischlehrerinnen und -lehrer zum Thema „La jeunesse et l’école en France à l’heure du numérique“ (Jugend und Schule in Frankreich im digitalen Zeitalter) statt, eine gemeinsame Veranstaltung des Deutsch-Französischen Instituts (dfi), des Institut français Stuttgart und des Regierungspräsidiums Stuttgart.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßten die Organisatoren der Tagung – Anne Löcherbach, Fachreferentin für Französisch am Regierungspräsidium Stuttgart, Charlotte Spielewoy, Attachée für Sprache und Bildung für Baden Württemberg, RheinlandPfalz und Saarland am Institut français Stuttgart, und Martin Villinger, Leiter der Frankreich-Bibliothek des dfi Ludwigsburg, die ca. 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Anschließend konnten sich die Französischlehrenden aussuchen, an welchen zwei der vier angebotenen Ateliers sie teilnehmen wollten:

Im ersten Atelier, Landlust – Schule und Chancen abseits der Metropolen, beschrieb Martin Villinger, dfi, die Lebensumstände in den Räumen, die in der französischen Presse oft als La France périphérique (dt. das periphere Frankreich) bezeichnet werden. Zunächst stellte Villinger klar, dass diese Bezeichnung zu allgemein ist: Die ca. 34.000 Städte und Gemeinden, die darunter zusammengefasst werden, sind sehr heterogen, entwickeln sich sehr unterschiedlich und müssen deshalb differenziert betrachtet werden. Einen Teil seines Vortrags widmete er der Situation im Umkreis der aufstrebenden Metropolen wie z. B. Toulouse, in denen der Raum für den Bau neuer Einfamilienhäuser, die 80 % der
Franzosen als die ideale Wohnform ansehen, wegen der raumgreifenden Erschließung von Neubaugebieten immer knapper wird und die Wege zum Arbeitsplatz immer länger werden. Parallel dazu ging er auf die Situation im ländlichen bzw. isolierten Frankreich ein, in denen viele Schüler über 30 km von ihrem Lycée entfernt wohnen. Zum Abschluss stellte Villinger Maßnahmen vor, die die Regierung 2019 auf den Weg gebracht hat, um das Leben in diesen Regionen attraktiver zu machen.

Mit Hilfe welcher Apps und Webseiten das Französischlehren und -lernen ergänzt werden kann, zeigte Maryna Bidenko, Französischlehrerin in Frankfurt a.M., im Atelier Les applis au service du FLE. Bei der Nutzung digitaler Angebote sei es wichtig zu prüfen, welche Kompetenzen durch die Nutzung verbessert werden können, ob diese für Schüler verschiedener Niveaus geeignet sind und welche Anwendungshürden es gibt, wie etwa eine notwendige Registrierung, Altersbeschränkungen oder anfallende Kosten. In interaktiven Umfragen konnten die Teilnehmer des Ateliers ihre Erfahrungen mit bereits bekannten digitalen Lernangeboten austauschen und neue Apps und Webseiten gemeinsam ausprobieren.

Die Realisierung eines Webradio-Programms als Lernmethode stellte Sophie Philippi, Koordinatorin des Verbindungszentrums für Information und Kommunikation (Clemi) Straßburg, in ihrem Atelier vor. Das Webradio ist eine interessante und neuartige Methode, um die Produktion und Verbreitung von Audioinhalten für alle zugänglich zu machen. Es stärkt die für die Informationsproduktion notwendigen Medienkompetenzen und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, kritisches Denken zu entwickeln. Wie man ein solches Webradio realisiert, erklärte Sophie Philippi anhand von Erfahrungsberichten. Sie stellte allen Teilnehmern einen Leitfaden zur Projektdurchführung zur Verfügung und schlug
Webseiten zur Hilfestellung bei der Realisierung eines WebradioProjektes vor.

Im vierten Atelier, Beyond Reality: Zeitgemäße Bildung mit Extended Reality, geleitet von Stephanie Wössner, Französischlehrerin und freie Beraterin beim Klett Verlag, ging es um Möglichkeiten für Französischlehrerinnen und -lehrer, digitale Transformation in Medienentwicklungspläne einzubringen und damit didaktische Konzepte zu erstellen. Mit ihrer Hilfe sollen Schülerinnen und Schüler zeitgemäß Französisch lernen und dabei unterstützt werden können. Gleichzeitig soll ihnen so der Umgang mit technischen Geräten beigebracht werden und mit Tablets und PCs ein digitaler Mehrwert geschaffen werden. Wössner betonte, dass es wichtig sei, dass Schüler Spaß beim Lernen haben und mit Leidenschaft an die Sache herangehen, denn nur so könne der Lernprozess positiv und langanhaltend gefördert werden. Ein 360Grad Video allein reiche nicht aus, Schülerinnen und Schüler mit dem Umgang von Extended Reality vertraut zu machen, so Wössner weiter, vielmehr müsse die eigene Erschaffung von 3D Welten und die Interaktion
damit im Zentrum des Unterrichts stehen.

Beim Begrüßungskaffee und in der Pause zwischen den Ateliers konnten sich die Französischlehrenden an den Ständen des Deutsch Französischen Instituts, des Institut français und der Verlage Klett, Cornelsen und Reclam über deren Angebote informieren. Dank der Förderung durch die drei Verlage und der Gastfreundschaft des Regierungspräsidiums konnte der deutschfranzösische Tag für Französischlehrerinnen und lehrer dieses Jahr zum elften Mal stattfinden.

Maryna Bidenko animiert ihr Atelier Les applis au service du FLE
Maryna Bidenko animiert ihr Atelier Les applis au service du FLE
Stephanie Wössner referierte über zeitgemäße Bildung mit Extended Reality
Stephanie Wössner referierte über zeitgemäße Bildung mit Extended Reality
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