Am 22. und 23. Juni fand traditionell die Jahrestagung des dfi statt. Dabei standen vor allem die aktuellen politischen Umbrüche in Frankreich im Mittelpunkt, aber auch der Ausblick auf den bevorstehenden Wahlkampf in Deutschland. Um der Tagung analytischen Tiefgang zu verleihen, hatten die Veranstalter das Thema „Wahlkampf und politische Öffentlichkeit in Zeiten medialen Wandels“ vorgegeben, welches im Verhältnis von Politik und Sprache untersucht werden sollte. Während der Befund eines tiefgreifenden Wandels den Teilnehmern noch relativ leichtfiel, ließen sich die Ursachen des Wandels nicht so leicht ausmachen. Liegen sie im Aufkommen populistischer Bewegungen, oder sind diese eher Ausdruck einer strukturellen Veränderung des Mediensystems?
In zwei Arbeitsgruppen am Freitagvormittag differenzierten französische und deutsche Wissenschaftler die Annahme eines „Wandels des Mediensystems“ und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Funktionsweise einer demokratischen Öffentlichkeit und ihrer Debatten. Einig waren sich beide Arbeitsgruppen im Befund einer anhaltenden Bedeutung des Fernsehens, oder zumindest der gefilmten, mit Ton und Bild verbundenen Information.
Publikation:
Frankreich-Jahrbuch 2017. Sprache und Politik im Wahlkampf
Herausgegeben von Deutsch-Französisches Institut
Springer, 2018, 206 Seiten, broschiert
ISBN 978-3-658-21295-7