Deutsch französisches Institut:
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Wir können viel voneinander lernen!

Panel-Diskussion zur deutsch-französischen Energiekooperation

„Die deutsch-französische Kooperation im Energiebereich ist nicht einfach, aber wir haben viele gemeinsame Projekte und können viel voneinander lernen“, so das Resümee von Marc Ringel und Sylvain Waserman (Agence de la transition écologique - ADEME) auf einer Podiumsdiskussion des deutsch-französischen Zukunftswerks am 20. März 2024 in Metz.

Wie geht es weiter mit den Energiewenden in Frankreich und Deutschland? Verfolgen beide Länder ein Konzept der Energiesouveränität? Wo liegen die Gemeinsamkeiten, wo die Unterschiede beider Energiesysteme? Diese Fragen diskutierten Marc Ringel und Sylvain Waserman auf einer vom Deutsch-Französischen Zukunftswerk organisierten Diskussion in Metz.

Während Frankreich mit dem Konzept der Energiesouveränität ein weitgehend nationales Projekt verfolgt, das auf ein in sich geschlossenes und autonomes Energiesystem abzielt, strebt die deutsche Energiewende eine Einbettung in die europäischen Energiemärkte an, die Deutschland als künftigen Energieimporteur mit den benachbarten Lieferanten vernetzt. Auch die Frage der Kernenergienutzung wird in beiden Ländern unterschiedlich bewertet. Dies macht die Zusammenarbeit im Energiebereich zu einem schwierigen, aber auch extrem spannenden Feld der Kooperation.

Unterschiede werden häufig überbetont

Ringel und Waserman waren sich darin einig, dass die Unterschiede häufig überbetont werden und vielmehr im Sinne einer europäischen Diversifikation verstanden werden sollten, die beide Länder bereichert und stabilisiert. So verfolgen beide Ländern die gleichen Oberziele von Versorgungssicherheit, niedrigen Energiepreisen und Umwelt- bzw. Klimaschutz. Hieraus ergeben sich eine Reihe von Kooperationsfeldern, die beide Länder gemeinsam erschließen können: So gibt es bereits zahlreiche gemeinsame Initiativen in den Bereichen erneuerbare Energien, Netzausbau, Energieforschung und Energieeffizienz. Speziell bei der Beteiligung von lokalen Gebietskörperschaften, aber auch der Bürgerinnen und Bürger können beide Seiten viel voneinander lernen. Gerade die Gaskrise habe gezeigt, dass die Energiekooperation zwischen Deutschland und Frankreich gut funktioniert: Deutschland hat Frankreich mit Elektrizität beliefert und Frankreich umgekehrt eine Kopplungsstelle im Grenzbereich aktiviert, um Deutschland im Notfall mit Gas versorgen zu können.

Gemeinsame Projekte in der näheren Zukunft erscheinen vor allem im Bereich grüner Wasserstoff, aber auch bei der Entwicklung von Bürgerenergie realistisch. Das Thema der Suffizienz, die in Frankreich als „sobriété énergétique“ in Teilen anders gedacht wird als in Deutschland, bietet ein weiteres Feld für die Entwicklung gemeinsamer Vorhaben. „Es geht letztlich“, so das Fazit von Ringel, „darum, unsere Energiesysteme als Diversitäten zu begreifen, die komplementär zueinander sind. Also darum, eine gemeinsame Energie-Realpolitik zu entwickeln, die systematisch nach Gemeinsamkeiten sucht und auf den Möglichkeiten, die sie bieten, Kooperationen aufbaut“.

Isabell Hoffmann, Direktorin des Deutsch-Französischen Instituts
Ansprechpartner/in
Isabell Hoffmann

Direktorin

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