Deutsch-Französische Perspektiven 2024
Am 31. Januar 2024 übergab Prof. Dr. Frank Baasner in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund nach über 20 Jahren an der Spitze des Deutsch-Französischen Instituts sein Amt an seinen Nachfolger Prof. Dr. Marc Ringel.
- Pressemitteilung "Übergabe des Staffelstabs beim Deutsch-Französischen Institut"
- Lebenslauf von Marc Ringel
Zu diesem Anlass fand an gleicher Stelle eine Podiumsdiskussion zum Thema
Deutsch-Französische Perspektiven 2024
Herausforderungen in Europa mutig gemeinsam angehen
statt.
Dabei diskutierten
- Sylvie Goulard, Präsidentin des dfi
- Prof. Dr. Marc Ringel, Direktor des dfi
- Michaela Wiegel, Frankreichkorrespondentin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Den Einführungsvortrag hielt der scheidende dfi-Direktor Prof. Dr. Frank Baasner.
Sylvie Goulard, Rudi Hoogvliet, Staatssekretär und Bevollmächtigter des Landes beim Bund, und der französische Botschafter François Delattre dankten Frank Baasner in herzlichen Worten für sein unermüdliches Wirken.
Die Podiumsdiskussion
2024 hat das Potenzial, ein besonderes deutsch-französisches Jahr zu werden, so Marc Ringel gleich zu Beginn der Podiumsdiskussion: Neben dem Gedenken an die gemeinsame Geschichte, der gemeinsamen Würdigung des Wirkens von Wolfgang Schäuble und Jacques Delors und dem Staatsbesuch Emmanuel Macrons in Deutschland stehen richtungsweisende Wahlen an. Über die Wahlen zum Europäischen Parlament hinaus könnten die US-amerikanischen Wahlen mit einer etwaigen Wiederwahl Donald Trumps zum wichtigsten deutsch-französischen Momentum werden.
Auch dfi-Präsidentin Sylvie Goulard sieht Europa an einem Scheidepunkt. Angesichts der großen gesellschaftlichen Transformationen, die nicht einfach nur punktuelle Krisen darstellen, die vorübergehen, sieht sie die Politik in der Pflicht, einen Rahmen vorzugeben, um nicht im Status quo zu verharren. Vertrauen in Sicherheit zu stärken, sei eine wichtige Aufgabe, genauso müsse man aber auch ehrlich sein in der Vermittlung der Herausforderungen, die der Klimawandel und die veränderte Sicherheitssituation in Europa mit sich bringen. Dabei müsse man noch viel mehr tun, damit es den Nationalisten, die vielerorts in Europa auf dem Vormarsch sind, nicht gelingt, mit dem Vorgaukeln von Scheinlösungen demokratische Institutionen zu unterlaufen und die europäische Einigung zu gefährden.
Besondere Chancen sieht Marc Ringel, der an der Pariser Sciences Po den europäischen Lehrstuhl für nachhaltige Entwicklung und Klimawende innehat, in der verstärkten Zusammenarbeit zu Zukunftsthemen, die junge Menschen stark ansprechen. Der Energie- und Umweltökonom, der unter anderem für das Bundeswirtschaftsministerium und als nationaler Sachverständiger für die Europäische Kommission tätig war, betonte dabei im Hinblick auf die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern, dass es nicht darum gehe, ob das Glas halb voll oder halb leer sei, sondern dass man sich klarmachen müsse, dass in das Glas noch viel mehr reinpasse. Entsprechend werde das dfi auch in Zukunft seinen Beitrag leisten
Trotz der vielen Unwägbarkeiten in Europa will auch Michaela Wiegel nicht in Pessimismus verfallen. Vielmehr sieht sie bei Präsident Macron, aber auch an vielen anderen Stellen, eine Bereitschaft für Europa zu kämpfen. Dabei nimmt sie die politischen Entscheider in beiden Ländern in die Pflicht, sich stärker auf die vielfältige Landschaft an Gremien und Institutionen zu stützen, die sich mit einzelnen Facetten der Zusammenarbeit befassen.
Dabei liegt, wie Frank Baasner gleich eingangs betonte, die besondere Stärke des Deutsch-Französischen Instituts darin, Themen nicht nur deutsch-französisch vergleichend, sondern ebenenübergreifend zu betrachten. Innerhalb der im deutsch-französischen Umfeld tätigen Institutionen nimmt nur das dfi die ganze Breite von kommunaler Ebene über die regionale bis hin zur Bundesebene systematisch in den Blick. Künftig wird Baasner seine Erfahrung vor allem im Rahmen seiner Tätigkeit beim Deutsch-Französischen Zukunftswerk in die Debatte einbringen.
Dank an Frank Baasner
Mit seiner großen Expertise und seinem messerscharfen Verstand ist Frank Baasner zu einer tragenden Säule der deutsch-französischen Beziehungen geworden.
Sylvie Goulard, Rudi Hoogvliet, Staatssekretär und Bevollmächtigter des Landes beim Bund, und der französische Botschafter François Delattre dankten Frank Baasner in herzlichen Worten für sein unermüdliches Wirken.
Mit seiner großen Expertise und seinem messerscharfen Verstand sei er zu einer tragenden Säule der deutsch-französischen Beziehungen geworden. Seinem Nachfolger Marc Ringel wünschten sie alles Gute, den Mut, auch Neues auszuprobieren und sich mit dem dfi weiterhin konstruktiv-kritisch als Stimme der Zivilgesellschaft in die Debatte einzubringen.






