Deutsch französisches Institut:
https://www.dfi.de/veranstaltungen/innovation-in-einem-grenzueberschreitenden-wirtschaftraum

Exkursion von TUM Campus Heilbronn und dfi nach Karlsruhe und Straßburg

Innovation in einem grenzüberschreitenden Wirtschaftsraum

Wie lassen sich die wirtschaftlichen und unternehmerischen Herausforderungen einer grenzüberschreitenden Region bewältigen? Wie reagieren Unternehmen auf beiden Seiten einer Grenze auf diese Herausforderungen – und wie gelingt es ihnen, daraus Chancen für Innovationen zu entwickeln? Diese Fragen sind von besonderer Bedeutung für die Oberrheinregion, in der grenzüberschreitende Zusammenarbeit zum Alltag gehört.

Um tiefere Einblicke in die wirtschaftliche und innovative Landschaft dieser besonderen Region zu gewinnen, organisierten das Deutsch-Französische Institut (dfi) und der TUM Campus Heilbronn am 18. und 19. September eine zweitägige Exkursion in die Innovationslandschaft am Oberrhein. Daran nahmen 15 internationale Studierende der TUM teil. Für einige von ihnen war es die erste deutsch-französische Erfahrung – zugleich eine Gelegenheit, sich mit den rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen grenzüberschreitender Kooperationen zu befassen.

Die ersten Programmpunkte widmeten sich der Frage, wie Innovationen gezielt unterstützt werden können. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) konnten sich die Teilnehmenden mit Mitarbeitenden der Gründerschmiede – darunter Sandra Schöttelndreier – unterhalten. Die KIT-Gründerschmiede bündelt alle Aktivitäten zu den Themen Gründung und Entrepreneurship, um mehr Wirkung für unsere Gründerteams zu erzielen. Die Gruppe traf sich dann bei einem Mittagstisch mit Dr. Clémentine Roth vom Steinbeis-Europa-Zentrum (SEZ). Dort erklärte sie, wie das SEZ Innovationen fördert und unterstützt – insbesondere im europäischen Kontext.

Der nächste Termin fand im Alten Schlachthof Karlsruhe statt. Nach einer Führung von Steffen Buhl durch Perfekt Futur, ein Gründungszentrum, das Gründerinnen und Gründern den Einstieg in die berufliche Selbständigkeit erleichtert, konnten die Studierenden das Softwareunternehmen Let’s Dev besuchen, dessen Geschäftsführer Dr. Karl-J. Wack die Tätigkeiten und Projekte seiner Firma vorstellte. Bei diesem Termin zeigte sich, wie wichtig es ist, als Softwareunternehmen die digitalen Bedürfnisse der Kunden zu verstehen, um passende Anwendungslösung anzubieten.

Den Abschluss des ersten Exkursionstags bildete ein Besuch bei ADDI-DATA am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden. Dort konnte der Geschäftsführer René Ohlmann die Aktivitäten seines im Jahr 1984 gegründeten Unternehmens, das hochwertige industrielle Mess- und Automatisierungssysteme anbietet, präsentieren. Besonders interessant für die Studierenden war die Frage der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Die Firma befindet sich beiderseits des Rheins, und arbeitet seit 2013 in Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe und der CCI d’Alsace Eurométropole, um den industriellen und technischen Nachwuchs zu fördern.

Am folgenden Vormittag stand die Softwarebranche erneut im Mittelpunk. In Kehl besuchte die Gruppe die Softwarefirma Actimage. Nach einer Präsentation des Unternehmens durch den Geschäftsführer Dr. Marc Lott wurden den Studierenden konkrete Projekte vorgestellt, darunter ein automatisches Türöffnungssystem. Die Präsentation von Softwarelösungen durch Programmierer und Geschäftsführung wurde von den Studierenden besonders geschätzt, da sie die Erfahrungen von allen Beteiligten hörten. 

Anschließend stand ein Termin im Europäischen Zentrum für Verbraucherschutz (EZV) auf dem Programm, einem Verein, der sich mit Fragen des Verbraucherschutzes auf deutsch-französischer und europäischer Ebene widmet. Im Gespräch mit Peter Koop Juhani und Stephan Riegger konnten Einblicke in diese für die Bürgerinnen und Bürger wichtige Dimension der europäischen Integration gewonnen werden. Das EZV spielt an dieser Stelle eine wichtige Rolle: Allein im Jahr 2024 fanden 50.000 persönliche Beratungen statt. Davon wurden 75 % der Fälle erfolgreich gelöst und 4,8 Millionen Euro für Verbraucherinnen und Verbraucher erstritten. 

Der letzte Termin der zweitägigen Exkursion fand bei der CCI Eurométropole mit Frank Rotter, Direktor der grenzüberschreitenden Kooperation, statt. Die Einrichtung zielt darauf ab, die Interessen von Handels- und Industrieunternehmen gegenüber den Behörden zu vertreten. In seiner Präsentation betonte er, wie wichtig eine deutsch-französische bzw. grenzüberschreitende Zusammenarbeit am Oberrhein für die wirtschaftliche Entwicklung des Gebiets sei. Zum Abschluss der Reise konnten die Studierenden während einer Führung von Stefan Seidendorf mehr von der Stadt Strasbourg erfahren.

Dank der Exkursion konnten die Teilnehmenden diese grenzüberschreitende Region besser verstehen. Ein Student fasste es so zusammen: „Ich habe vor allem etwas über grenzüberschreitende Vorschriften, Verbraucherrechte und die Bedeutung des Datenschutzes in der EU gelernt. Außerdem habe ich Einblicke in die starke Unterstützung für Start-ups gewonnen.“ Ein anderer ergänzte, dass er sich jetzt „zuversichtlicher fühle hinsichtlich [seiner] zukünftigen beruflichen Karrieremöglichkeiten innerhalb der EU und insbesondere im Oberrheinraum“.

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