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« Toujours motivé.e.s! »

Französischlehrer:innentag erstmals in Baden und Württemberg

Am 21. und 28. März 2025 haben das dfi, das Institut Français de Stuttgart (IF), das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg sowie die Vereinigung für Französischlehrerinnen und -lehrer e.V. ein weiteres Mal gemeinsam eine Fortbildung für den Französischunterricht angeboten. Erstmals machte die 2010 vom dfi und dem IF begonnene Reihe dabei sowohl in Baden als auch in Württemberg Station, wobei im Breisgau das Regierungspräsidium Freiburg als Mitveranstalter auftrat, in Ludwigsburg das Regierungspräsidium Stuttgart.

Möglich gemacht haben die Doppelung der Veranstaltung die Gastfreundschaft des Deutsch-Französischen Gymnasiums in Freiburg und des Goethe-Gymnasiums in Ludwigsburg, das zum dritten Mal in Folge seine Räumlichkeiten gemäß dem diesjährigen Motto „Toujours motivé.e.s!“ für neue Impulse für den Französischunterricht öffnete.

Martin Villinger
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Martin Villinger

Leiter der Frankreich-Bibliothek

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Französisch erleben, nicht ertragen

Aus organisatorischen Gründen konnte an den beiden Terminen nicht das gleiche Programm angeboten werden, die Struktur – ein Plenumsvortrag und im Anschluss daran drei Ateliers, aus denen man eines auswählen konnte – war aber jeweils die gleiche.

Für das Regierungspräsidium Freiburg wies Studiendirektor Michael Fuchs am 21. März in seiner Begrüßung auf die Bedeutung des DELF-Zertifikats für die Motivation der Lernenden hin. Dem pflichtete  Gaël de Maisonneuve, französischer Generalkonsul und Direktor des Institut Français Stuttgart, in seiner Ansprache bei und verlieh im Anschluss als Würdigung ihres Engagements für die französische Sprache mehreren Schulen aus Baden DELF-Plaketten.

Den "Vortrag für alle" übernahm in Freiburg Grégoire Fischer in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Vereinigung der Französischlehrerinnen und -lehrer e. V. Darin rief alle anwesenden Lehrkräfte dazu auf, das Unterrichtsfach Französisch von jedweder elitären Aura zu befreien und künftig auf die permanente Beschwörung der deutsch-französischen Aussöhnung als Rechtfertigungsgrund der Anwahl des Faches Französisch zu verzichten. Außerdem sprach er sich dafür aus, im Sinne der Mehrsprachigkeit innerhalb Europas, zwei lebende Fremdsprachen als Pflichtfächer in der Oberstufe zu belegen und den Schülerinnen und Schülern parallel dazu die Möglichkeit zu geben, Mathematik abzuwählen. Grundsätzlich sollten die Ausrichtung und die Umsetzung des Faches Französisch derart gestaltet werden, dass die Schülerinnen und Schüler Französisch erleben dürfen und nicht ertragen müssen.

In seinem anschließenden Atelier „Le jeu d’évasion - Intelligentes Üben im Französischunterricht“ zeigte Fischer auf, welche Vorteile ein jeu d‘évasion im Kontext des fremdsprachlichen Lernens haben kann.

Thilo Karger und Silke Topf präsentierten bei beiden Terminen in ihrem Atelier „‘Il faudra une étincelle‘ - Für Motivation braucht es Erfolg“ interaktive Methoden, mit denen man die Lernenden dazu bewegen kann, ihren eigenen Antrieb zu finden und diesen auf das Fach Französisch anzuwenden.

Der Frage, wie sich Migration und Integration in Frankreich von Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute entwickelt haben, ging Martin Villinger vom dfi in einem landeskundlichen Beitrag nach, der in Freiburg als Atelier und in Ludwigsburg als Plenumsvortrag angeboten wurde. Dabei zeigte er anhand von aktuellen Statistiken auf, dass Frankreich aufgrund seiner mittlerweile ebenfalls rückläufigen demographischen Entwicklung genau wie Deutschland auf Einwanderung angewiesen ist, um den Bedarf an Arbeitskräften in vielen Bereichen decken zu können. Dieser wichtige Aspekt werde in der aufgeheizten aktuellen politischen Debatte leider allzu oft nicht berücksichtigt.

Ein effizienter Umgang mit KI beginnt mit der richtigen Fragestellung

Möglichkeiten, wie Lehrkräfte mit verschiedenen Arten der künstlichen Intelligenz methodisch arbeiten und diese sinnvoll in ihren Unterricht integrieren können, stellte Gauthier Gabarrot in seinem Atelier „Enseigner le français avec l’IA. L’Intelligence Artificielle intelligemment !“ in Ludwigsburg vor. Diese können sowohl bei der Unterrichtsvorbereitung als auch in Zusammenarbeit mit den Schüler:innen eingesetzt werden. Seinen Schwerpunkt legte Gabarrot auf einen effizienten Umgang mit der KI: Dieser beginne mit der richtigen Fragestellung und umfasse insgesamt neun Schritte, die im Rahmen des Ateliers erlernt wurden.

Christopher Mischke beschäftigte sich parallel dazu mit aktivierenden Verfahren im Französischunterricht. Die Schülerinnen und Schüler sollten so oft wie möglich durch praktische Übungen ihre Sprachkenntnisse verbessern und so die nötige Sicherheit erreichen, um sich motiviert beteiligen zu können. Abwechslungsreiche Materialien und theaterpraktische Übungen bieten für Mischke Möglichkeiten, alle Lernenden individuell und je nach Bedürfnissen zu beschäftigen.

Auch der Austausch außerhalb der Schule ist wichtig

In Ludwigsburg betonte Regierungsschuldirektorin Claudia Häberlein vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg in ihrem Grußwort neben der Rolle eines innovativen Französischunterrichts auch die Bedeutung des Austauschs außerhalb der Schule. Dass solche Begegnungen und eine enge Zusammenarbeit auf allen Ebenen notwendig sind, um die Schülerinnen und Schüler zu motivieren, erläuterte Ursula Zipfel von der Vereinigung der Französischlehrerinnen und -lehrer e.V.

Der französische Generalkonsul und Direktor des Institut Français Stuttgart Gaël de Maisonneuve erklärte den Teilnehmenden, dass die französische Sprache mit ihren 330 Millionen Sprecher:innen nach wie vor eine der wichtigsten Sprachen im internationalen Kontext sei und dankte den Französischlehrkräften für ihr kontinuierliches Engagement. Im Anschluss verlieh er den Orden der „Palmes Académiques“ an Anne Löcherbach, Fachreferentin für Französisch am Regierungspräsidium Stuttgart, für ihr aktives und enthusiastisches Engagement für das Fach Französisch.

Vor Beginn der Veranstaltung und in den Pausen konnten sich die Lehrkräfte bei beiden Veranstaltungen an den Ständen des dfi, des Institut Français, der der Vereinigung der Französischlehrerinnen und -lehrer und der Verlage Klett, Cornelsen und Reclam über deren Angebote informieren. Die drei Verlage fördern den deutsch-französischen Tag seit vielen Jahren und haben so dankenswerterweise dazu beigetragen, dass er zu einem festen Termin im Schuljahr vieler Französischlehrer*innen geworden ist.

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